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18.10.2002
Nur eine Familie beim Treffen dabei - Gespräch über Umzug des Asylbewerberheims in Neubrandenburg

Neubrandenburg (ns). Nachdem der geplante Umzug des Neubrandenburger Asylbewerberheims in den Markscheiderweg für Missstimmung unter Anwohnern gesorgt hat (der Nordkurier berichtete), organisierten die Initiativgruppe für Ausländer in Neubrandenburg und das Soziokulturelle Bildungszentrum eine "Kennenlern-Veranstaltung" im Aufenthaltsraum der Freiwilligen Feuerwehr. Bei einem Gespräch zwischen betroffenen Bürgern, Asylbewerbern, Stadtvertretern und Mitarbeitern der Neuwoges sollten, so der Plan, die Konfliktparteien aufeinander zugehen, Missverständnisse geklärt und Vorurteile aus dem Weg geräumt werden.
Allerdings fand sich von den Anwohnern nur eine Familie zum Treffen ein und nutzte die Gelegenheit zum Gespräch. Von ihrer Seite wurde beklagt, dass die Stadt viel zu spät und unzureichend über den Umzug des Flüchtlingsheims informiert habe. Bei früherer und besserer Mitteilung hätte eine Lösung gefunden werden können. So aber habe man sich unter Druck gesetzt gefühlt. 25 der insgesamt 28 Mietparteien seien ausgezogen oder hätten ihren Umzug geplant, so die Familie, die selbst auch zum 15. November ausziehen wird.
Ratsherr Detlev Rauch (PDS) kritisierte ebenfalls die Informationspolitik der Stadt; man hätte mit den Bürgern mindestens ein halbes Jahr vorher über den Umzug der Asylbewerber sprechen müssen. Für Kay Bolick von Lobbi, einem Verein, der Opfer rechter Gewalt unterstützt, ist der Grund für den Unmut am Markscheiderweg jedoch nicht bei der mangelhaften Information durch die städtischen Behörden zu sehen. Vielmehr seien dafür Vorbehalte gegenüber Ausländern verantwortlich. Mitzuhelfen, diese abzubauen und für ein von Toleranz geprägtes Zusammenleben von Anwohnern und Asylbewerbern zu wirken, erklärten sich die anwesenden Vertreterinnen von Neuwoges und Sozialamt bereit. Bei Problemen stünden ihre Einrichtungen allen als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch die Initiatoren der Veranstaltung betonten, dass sie versuchen würden, durch weitere Aktionen die Barrieren zwischen Deutschen und Flüchtlingen zu senken.

Nordkurier-Neubrandenburg

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