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16.10.2002
Ausländische Studenten zieht es nach Stralsund - An der Hochschule gut integriert, doch es gibt noch Vorurteile

Stralsund (OZ) Fast 90 ausländische Studenten haben einen Studienplatz an der Stralsunder Fachhochschule und der Trend weist stetig nach oben. Wie Barbara Bartels vom Akademischen Auslandsamt der Hochschule informiert, ist es bisher jedes Jahr gelungen, die Gaststudenten mit in den Wohnheim-WGs unterzubringen. Aber die Plätze werden knapp. Zur schnelleren Integration teilen die Ausländer mit deutschen Kommilitonen Küche und Bad.

Zlatko Milic zog vor zwei Jahren aus Belgrad an den Sund. Der Familie wegen. "Meine Frau bekam hier eine Anstellung." Weil sein Berufsabschluss in Deutschland nicht anerkannt wird, hat der 31-Jährige ganz von vorn angefangen und studiert nun Maschinenbau. Zum zweiten Mal.

Ralph Verhees aus den Niederlanden studiert ebenso seit vier Semestern an der Stralsunder Fachhochschule. Seine Sprachprobleme hätten sich von Anfang an in Grenzen gehalten. "Das Niederländische ist dem Deutschen sehr ähnlich."

Während die beiden ihr Studium von Anfang bis Ende hier absolvieren, gerät die Fachhochschule auch immer öfter ins Visier von Gaststudenten. Sie kommen im Rahmen eines der vielen Austauschprogramme für ein oder zwei Semester nach Stralsund.

Von den einheimischen Studenten wagen jährlich etwa 60 den Absprung ins Ausland - an eine andere Fachhochschule oder ins Praktikum.

Das Geflecht aus Kontakten zu anderen Hochschulen ist besonders im Ostseeraum eng gestrickt. Auch nach Spanien, in die USA und nach Kanada unterhält die Fachhochschule gute Beziehungen. Mit etwa 60 Bildungseinrichtungen weltweit seien inzwischen partnerschaftliche Verträge unterschrieben worden, so Bartels.

"Unter den Studenten gibt es keine Ausländerfeindlichkeit", konstatiert Zlatko Milic. Probleme gibt nach Angaben der Stralsunder Ausländerbeauftragten Stephanie Hertwig allerdings mit der Integration in die Stadtbevölkerung. "Wenn ich mit Schwarzafrikanern durch die Innenstadt gehe, gleicht das einen Spießroutenlauf", sagt sie.

Um Vorbehalte abzubauen, will die Stadt nach Informationen von Barbara Bartels in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule ein Projekt starten, das helfen soll, ein Bewusstsein für fremde Mentalitäten zu entwickeln.

Ostseezeitung-Stralsund

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