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23.12.2004
Tätern fehlt jegliche Moral - Volksbund verurteilt Gedenkstätten-Angriff
Demmin (kis). Hansestadt und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge haben die Beschädigung der Totengedenkstätte auf dem Friedhof der St.-Bartholomaei-Kirchgemeinde in der Jarmener Straße und damit die Störung der Totenruhe scharf verurteilt. In der Nacht zu Dienstag hatten Unbekannte auf dem Ausländergräberfeld zehn Grabsteine umgestoßen (Nordkurier berichtete).
"Die Täter sind entweder zu jung, oder ihnen fehlt jegliche Moral und Anstand. Ansonsten kann man sich ein derartiges unwürdiges Fehlverhalten nicht erklären", reagierte bestürzt Bürgermeister Ernst Wellmer, der zugleich Ortsverbandsvorsitzender des Volksbundes ist. Gegenwärtig gehe man davon aus, dass Kinder oder Jugendliche hier "am Werk" waren. Die Kriminalpolizei Demmin sucht indes nach Zeugen. Wie Kriminalhauptkommissar Ralf Heupel gestern auf Nachfrage sagte, sei die Gedenkstätte von der Straße nur 20 bis 30 Meter entfernt und deshalb einsehbar. Wer den Vorfall in jener Nacht beobachtet hat, sollte sich an die Polizei wenden.
Inzwischen seien alle Steine wieder aufgerichtet und die Gedenkstätte in Ordnung gebracht worden, so Wellmer. Im Frühjahr nächsten Jahres sollen weitere Arbeiten folgen. Das 10 mal 20 Meter große Areal war 1999 von Soldaten der Bundeswehr in Abstimmung zwischen Volksbund, Kirchengemeinde und Stadt instand gesetzt worden. 62 ausländische Kriegstote des Zweiten Weltkrieges haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Die Pflege der Kriegsgräber koste jährlich rund 29 000 Euro und werde vom Land gefördert. In der Jarmener Straße befinden sich 1139 Einzelgräber und 701 Kriegstote in einem Sammelgrab. Das seien Anlagen mit Opfern aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, ein 45-er Gräberfeld sowie das Ausländergräberfeld. Hinzu kommen eine Kindergrabanlage und eine Grabanlage für Heimatlose. Weitere Kriegsgräber gibt es auf dem Barlachplatz und dem Vorwerker Friedhof.
Nordkurier-Demmin
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