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20.12.2004
Stadt bekennt sich zur Friedensstiftung - NPD kündigt Gegendemonstrationen an
Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Segeth
Anklam. Die Stadt Anklam bekennt sich zur Gründung der Stiftung "Zentrum für Friedensarbeit Otto Lilienthal Hansestadt Anklam". Einen entsprechenden Beschluss haben die Stadtvertreter bei ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich gefasst. Allerdings gegen die Stimmen der CDU-Fraktion und des NPD-Abgeordneten Michael Andrejewski. Während letzterer politische Motive gegen die Stiftung ins Feld führte und sogar Gegendemonstrationen ankündigte, begrüßten die Christdemokraten das Ansinnen des Projekts. Allerdings sei es noch nicht ausgereift, sagte Fraktionschef Joachim Böttcher. Finanziell käme da einiges auf die Stadt zu, das Thema müsste erst in allen Ausschüssen diskutiert werden, was bislang noch nicht geschehen sei. Ein entsprechender Antrag wurde allerdings abgelehnt.
Denn UBL, IfA, SPD und PDS wollen die Stiftungsgründung grundsätzlich unterstützen. "Ohne Wenn und Aber" stimme man dem Ersuchen des Bürgermeisters um Unterstützung bei diesem Projekt zu, sagte Norbert Gehrke (IfA). Man solle mit einer Grundsatzentscheidung ein Zeichen setzen. Allerdings kritisierten PDS und SPD, dass das Stadtparlament in die Vorbereitung der Stiftung nicht eingebunden gewesen sei. Sogar die Amtsleiter in der Verwaltung könnten zu dem Thema keine Auskunft geben, weil sie nicht informiert sind, kritisierte Monika Zeretzke (PDS).
GWA noch nicht dabei
Am 5. Januar soll der offizielle Startschuss für die Friedensstiftung auf dem Gelände des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses gegeben werden. Dort und in der ehemaligen Kriegsschule soll sich später der Mittelpunkt der Stiftung befinden (wir berichteten). Allerdings gab Bürgermeister Michael Galander (parteilos) auf Nachfrage zu, bislang immer noch nicht mit Geschäftsführer Lothar Salzsieder von der Grundstücks- und Wohnungswirtschafts (GWA) über das Projekt gesprochen zu haben. Das ist erstaunlich: Denn die GWA ist Eigentümerin der Kriegsschule und des Wehrmachtsgefängnisses. Galander stellte allerdings ein solches Gespräch für den 12. Januar in Aussicht. Der Finanzausschuss-Vorsitzende Wolfgang Stifft (CDU) hingegen regte sogar an, dass die GWA als Eigentümerin des Geländes auch Gründungsmitglied werden solle.
Nordkurier-Anklam
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