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10.12.2004
Mecklenburg-Vorpommern - NDR: Streit um Studie zur Naziszene in Ueckermünde
Ueckermünde (ddp-nrd). In der am Oderhaff liegenden Kleinstadt Ueckermünde gibt es offenbar Streit um eine Studie über die Naziszene in der Kommune. Wie NDR 1 Radio MV am Freitag berichtete, wird das von der Kommune in Auftrag gegebene Papier nach dem Willen der Stadtvertreter nun unter Verschluss gehalten. Sie befürchten einen Imageschaden für die Tourismusregion und weisen die Darstellung als einseitig und überzogen zurück.
Bürgermeisterin Heidi Michaelis (PDS) sagte dem Sender, sie gehe davon aus, dass die Stadt Ueckermünde nicht nur für den Kampf gegen Rechtsextremismus stehe, sondern auch andere Aufgaben habe. Sie nannte die Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus als vorrangige Aufgaben. Das alles werde von den Aussagen in dem Report des Mobilen Beratungsteams für demokratische Kultur (mbt) überschattet. Dem Bericht zufolge will sich jedoch jetzt eine Bürgerinitiative für die Veröffentlichung der Analyse einsetzen.
Die 11 000-Einwohner-Stadt Ueckermünde ist in den letzten Jahren immer wieder mit Aktivitäten verschiedener rechtsextremistischer Kameradschaften in die Schlagzeilen geraten. In der Studie soll laut NDR unter anderem festgestellt worden sein, dass es den Rechtsextremisten mit ihren Initiativen gelungen sei, in die bürgerlichen Gesellschaftsschichten vorzudringen. Der Szene gebe sich "als Wolf im Schafspelz", sagte der Autor der Studie, Christian Sell, dem Sender. Gruppierungen und Aktionen seien von außen nicht mehr als rechtsextrem zu erkennen. Er verwies auf Unterschriftensammlungen und Sportveranstaltungen.
NDR
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