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09.12.2004
"Alles nicht so schlimm"
In Ueckermünde wird ein brisanter Report über die lokale Naziszene unter Verschluss gehalten. Die Stadtvertreter lehnen eine Veröffentlichung als Image schädigend ab.
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Aufmarsch der Nazis im Sommer in der beschaulichen Innenstadt von Ueckermünde. |
Ueckermünde (OZ) Die Hafenstadt am Stettiner Haff setzt seit der Wende ganz auf Erholung und kämpft um ein gutes Image bei Urlaubern. Dagegen steht, dass sich Ueckermünde mit seinen 11 000 Einwohnern zu einem veritablen Refugium rechtsextremistischer Kameradschaften entfaltet.
Sie nennen sich "Aryan Warriors" (Arische Krieger), "National-Germanische Bruderschaft" oder "Heimatbund Pommern". Und sie haben hier ein Domizil gefunden, in dem die Toleranzgrenze für rechte Umtriebe besonders hoch zu liegen scheint, meint Christian Sell vom Mobilen Beratungsteam für demokratische Kultur in Greifswald.
Während die "Aryan Warriors" eher Typen fürs Grobe sind, kommen die Mitglieder der "Bruderschaft" in karierten Hemden und akkuraten Seitenscheiteln daher. "Die treten auf, wie die netten Jungs von nebenan", sagt Sell. Ein Kulturkreis, der sich um die Tradition nationaler Geistesgüter kümmert, will der "Heimatbund Pommern" sein. Sie laden ein zu Sportfesten, Trachtentanz- und Elternabenden. Zusätzlich existieren zahlreiche, schwer durchschaubare Subgruppen.
Über ein Jahr hat Sell die Nazi-Szene in Ueckermünde beobachtet und eine 30-seitige Situationsanalyse verfasst. Der Inhalt erschien den Stadtvertretern so brisant, dass sie eine Veröffentlichung schriftlich untersagten - obwohl die Stadt das Dokument in Auftrag gegeben hatte. weiterlesen
Ostseezeitung
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