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30.11.2004
Die Spurensuche geht weiter - Gelbensander Schüler forschen weiter über Zwangsarbeit bei Schwarzenpfost
"Spuren der Erinnerung", die Ausstellung der Regionalschule Gelbensande zu Zwangsarbeit in der Rostocker Heide während des Zweiten Weltkriegs, ist noch bis Freitag im Max-Samuel-Haus zu sehen. Die Schüler um Petra Klawitter entdeckten jüngst das Schicksal des Juden aus Breslau Ernst Viktor Cohn, der als Überlebender von Theresienstadt nach dem Krieg im Lazarett Gelbensande weilte. NNN fragten Petra Klawitter, Lehrerin für Geschichte und Sport, die seit 1999 das Projekt leitet.
Gehen Sie dem Lebensschicksal von Ernst Cohn weiter nach?
Ja, die Verbindung zu seinem Sohn Rolf Cohn in Norwegen ist ganz frisch. Er hat uns mitgeteilt, dass er den Kontakt zu uns halten möchte, er wird uns bei den Forschungen weiterhelfen.
Bei Gelbensande befand sich das Außenlager der Heinkel-Produktion von 1943 bis '45. Wie sehen Sie Heinkel?
Wir möchten erreichen, dass die Geschichte nicht vergessen und dass Heinkel nicht nur als Physiker und genialer Erfinder gesehen wird. Es darf nicht vergessen sein, was Häftlinge leisteten und unter welchen Bedingungen sie arbeiten mussten.
Wie weit sind Sie in den Forschungen vorangekommen?
Wir wissen nicht, ob jemand umgekommen ist in dem Heinkel-Außenlager Schwarzenpfost. Nach Aussagen von Häftlingen ist dort niemand unmittelbar umgekommen. Aus Archiven und Zeitzeugenberichten wissen wir, dass 300 bis 1400 Menschen in Schwarzenpfost gearbeitet haben. Die Zahlen gehen weit auseinander. Die Rostocker Heide eignete sich dafür, die Produktion im Wald zu verstecken. Sie wurde so angelegt, dass Baumkronen die Baracken verdeckten.
Bleiben Sie auf Spurensuche?
Ja. Wir sind gerade mit dem Landesamt für Bodendenkmalpflege unterwegs und hoffen, mit Suchgeräten weitere Teile zu finden. Wir wollen darstellen, was in Schwarzenpfost in jenen Kriegsjahren gebaut wurde, das soll später ausgestellt werden.
Findet man Ihr Projekt auch im Internet?
Noch nicht. Wir haben aber mit dem Archiv in Ravensbrück Kontakt aufgenommen und möchten nächstes Schuljahr Ergebnisse im Internet vorstellen. Hoffentlich wird es was, denn unsere Schule ist auf dem absteigenden Ast. Aber das alles kann man an einer anderen Schule fortführen. Die Hälfte der 17 Schüler sind noch nicht in der 10. Klasse. Ich verliere einen guten Stamm, der drei Jahre dabei war und auf den ich mich gut verlassen konnte. Wir ziehen aber genug Schüler nach, die Interesse haben.
Gespräch: Wolfgang Grahl
Norddeutsche Neueste Nachrichten
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