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12.10.2002
Anerkennung als Vertretung der Ausländer ist das wichtigste Ergebnis - ABRO feiert den 10. Geburtstag - Montag Festveranstaltung im Rostocker Rathaus

Jubiläen bieten einen Anlass zu feiern. Eins von besonderer Bedeutung für die Hansestadt steht in diesen Tagen an und wird am Montag mit einem Festakt im Rathaus begangen. Der Ausländerbeirat Rostock (ABRO) blickt auf zehn Jahre zurück. NNN sprachen mit Rubén Cárdenas, der die Entwicklung schon lange begleitet. Erst als Vorsitzender, seit 1995 als Geschäftsführer.

"Die Anerkennung als Vertretung der hier lebenden Ausländer ist das wichtigste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre", betont der Peruaner. Damals gab es zwar den Bürgerschaftsbeschluss, aber die Akzeptanz des Ausländerbeirats auch in der Stadtverwaltung kostete Überzeugungsarbeit. "Das war nicht allen gleich klar."

Zumal auch für viele Rostocker die Nachbarschaft zu Menschen aus anderen Ländern Anfang der 90er-Jahre ganz neue Erfahrungen brachte. Es gab Fremdarbeiter aus Kuba, Chile, Algerien oder Vietnam, aber die lebten bis dahin meist abgeschottet. Mit der Wende änderte sich das. Kaum jemand war darauf vorbereitet, sagt Rubén Cárdenas. Eine Folge war Ausländerfeindlichkeit, deren trauriger Höhepunkt in Lichtenhagen zu erleben war. "Das hat die Gründung des Ausländerbeirats sicher beschleunigt." Vieles änderte sich seitdem. So nennt der ABRO-Geschäftsführer die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in der Stadt als Beispiel.

Der Beirat, der einzige im ganzen Land, entstand nach einem Modell aus dem Westen, obwohl die Probleme kaum zu vergleichen waren. Mit rund 5000 heute hier lebenden Ausländern - vom Gastprofessor an der Uni bis zum Asylbewerber - liegt der Anteil bei etwa zwei Prozent noch immer deutlich unter dem im Westen. Die Arbeit gerade von Rubén Cárdenas und die Bedeutung des Beirats als Stimme der hier lebenden Ausländer sei dennoch von großer Bedeutung, wie auch Oberbürgermeister Arno Pöker betont.

Der Start war allerdings nicht ganz leicht. "Wir hatten am Anfang gar nichts und haben uns irgendwo getroffen", erinnert sich Cárdenas. Später gab's ein kleines Büro am Neuen Markt. Mit dem multikulturellen Zentrum im Waldemarhof war eine ganz neue Qualität möglich. Integration der Migranten sowie multikulturelle Bildung durch Projekte und in Schulen nennt Rubén Cárdenas neben der Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit die wichtigsten Aufgaben des Beirats. Gespannt blickt er auch nach Berlin und wartet, was das neue Zuwanderungsgesetz für die hier bereits lebenden und zu erwartenden Ausländer bedeutet.

Schweriner Volkszeitung-Rostock

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