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18.11.2004
"Labyrinth X" bietet Auswege - Ausstellung gegen Rassismus und Ausgrenzung in der Ludwigsluster Stadthalle eröffnet
Ludwigslust - Es ist ein Labyrinth, ein Labyrinth für Menschen, die sich verirrt haben, und denen mit der Ausstellung geholfen werden soll, wieder herauszufinden. Nicht unbedingt spektakulär, dafür lautstark fand die Ausstellung "Labyrinth X", die in den nächsten drei Jahren durch die Städte Mecklenburgs, Niedersachsens und Schleswig-Holstein touren wird, am Dienstag ihren angemessenen Auftakt.
"Fremde Kultur ist für dich Banane, sagst du. Sagst freundlich: Das kommt mir nicht in Frage" – eine inzwischen leider weit verbreitete Ansicht, die die vier Jungs von "Drunk milk" aus Neustadt-Glewe in ihrem Song ansprechen. Weiter heißt es "Aggression und Gewalt, die Sprache die du sprichst. Damit kommst du hier nicht weit. Der Scheiß, der interessiert hier nicht, den gibt's hier nicht."
Angst vor der eigenen Courage
Eine weitere Ansicht, die dagegen leider viel zu selten ausgesprochen wird. Warum? Aus Angst vor der eigenen Courage? Aus Angst vor dem Unbequemen? Genau diese unbequemen Dinge waren es, die die etwa 50 Beteiligten an diesem Projekt verarbeiteten und darzustellen versuchten.
Die Ausstellung zu Rassismus und Ausgrenzung in unserer Zeit ist nach den Worten von Mathias Rautenberg von der Landeszentrale für politische Bildung ein Projekt des Lernens, das durch Lernen lehrt. Und so zeigte sich die Kuratorin der Ausstellung, Barbara Hubig, erfreut darüber, dass es sich hierbei um ein gemeinsames Tun von Jugendlichen und Erwachsenen handelt.
Davon war auch die Eröffnungsveranstaltung geprägt, denn neben Ehrengästen wie dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker, Ludwigslusts Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann und dem stellvertretenden Landrat Reinhard Mach waren neben interessierten Erwachsenen auch zahlreiche Jugendliche gekommen. Mit verschiedenen Vorstellungen gingen sie in die Ausstellung hinein, mit den unterschiedlichsten Meinungen kamen sie wieder heraus.
Ausstellung will Denkanstöße geben
Doch genau das ist es, was die Initiatoren mit dieser etwas anderen Ausstellung erreichen wollen: Denkanstöße zu geben. Wie Barbara Hubig in ihrer Begrüßungsrede treffend bemerkte, denkt links und rechts aus der Mitte heraus. "Wir leben in einer Zeit, wo aus der Mitte heraus Werte geschaffen werden, die für Solidarität und Toleranz keinen Platz mehr lassen. Hier gilt es anzusetzen. Wir alle müssen lernen, dass nicht nur Geld und Karriere die Werte sind, die uns wertvoll werden lassen. Und vor allem müssen wir lernen, dass es falsch ist zu denken, Deutsch zu sein sei etwas besonderes." Wer mit offenen Augen durch die Ausstellung geht, wird den Anstoß finden, genau darüber nachzudenken.
Sie können die Ausstellung noch bis zum 26. November täglich in der Stadthalle Ludwigsl ust besuchen.
Diana Ottoberg
Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust
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