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12.10.2002
Viertorestadt ruft gegen Gewalt auf - Rechte wollen über Neubrandenburger Engelsring marschieren

Neubrandenburg. Schon am nächsten Sonnabend könnte es alles andere als friedlich zugehen in der Viertorestadt: Die durch zwei von Krawallen begleiteten Demos bekannten rechten Usedomer Kameradschaften wollen am 19. Oktober erneut in Neubrandenburg aufmarschieren. Es besteht die Möglichkeit, dass sie dabei sogar den Engelsring in ihre Marschroute einbeziehen. Das machte Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) vor der Stadtvertretung bekannt.

Er empörte sich: "Die Lebensader der Stadt darf nicht lahm gelegt werden. Ich werde bis zur höchsten Instanz gegen den Demonstrationsweg vorgehen." Schon als im August für 300 Demonstranten die Aktion angemeldet wurde - es waren die selben Gruppierungen, die am 24.März in der Oststadt unter großem Polizeiaufgebot demonstrierten, davor am 13.Juli 2001 - hatte der OB angekündigt, die Innenstadt als Demo-Ort nicht zu genehmigen. Nun hätten sich aber die Versammlungsleiter einem Gespräch mit ihm entzogen, erläuterte Krüger im Ratssaal. Der von ihm dann festgelegten Marschroute durch das Katharinenviertel habe die Anwältin der Veranstalter widersprochen.

Das Verwaltungsgericht in Greifswald genehmigte die angemeldete Route mit Treff vorm Bahnhof, Umzug über den Ring durch die Südstadt und Kundgebung vorm Rathaus. Er werde gegen den Richterspruch mit allen Mitteln vorgehen, kündigte der OB an, machte aber deutlich, dass er wenig Hoffnung habe, in der kurzen Frist wirklich etwas zu erreichen. "Die Polizei hat es nun wieder auszubaden", befürchtet Krüger.

Eskalation befürchtet

Von der Neubrandenburger Stadtvertretung erging der "Aufruf gegen Gewalt am 19. Oktober 2002". Er ist vom OB, der Stadtpräsidentin und den vier Fraktionsvorsitzenden unterzeichnet. Einwohner und Gäste sollten "keinerlei Gewalt" zulassen. Nichts und niemand rechtfertige die Gewaltanwendung gegen Menschen. "Jeder Mensch hat auch in Neubrandenburg das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Gewalt widerspricht den Regeln des humanen und demokratischen Meinungsstreites! Einstellungen und Meinungen müssen auch in unserer Stadt mit friedlichen Mitteln bekundet werden!", heißt es. Bei der angekündigte Demo und zu erwartenden Gegenaktionen sei eine Eskalation von Gewalt nicht auszuschließen, wie die Erfahrungen gezeigt habe, heißt es erläuternd. Deshalb sei diese Erklärung eine klare Absage an alle gewaltbereite Gruppen.

Nordkurier

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