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13.11.2004
Rathauschefin will bei Initiative mitarbeiten

Ueckermünde (lst). "Ein verwinkelter Garagenkomplex im Plattenbauviertel am Rande von Ueckermünde in Vorpommern: Neonazis haben es sich hier bequem gemacht mit Sofas, selbst gebautem Tresen, Schlafmöglichkeiten und Musikanlage. An lauen Sommerabenden dröhnen hier die Lieder der Naziband ,Landser`. Über allem weht die schwarz-weiß-rote Fahne mit dem Reichsadler...", so beginnt ein Bericht, den die in Berlin erscheinende TAZ erst vor wenigen Tagen veröffentlicht hat.

Zu diesem Thema hat die Bürgermeisterin der Stadt Ueckermünde, Heidi Michaelis (PDS), unlängst bei einem Stammtisch des PDS-Ortsverbandes Stellung bezogen. "Über die Garagen in Ueckermünde-Ost hieß es bislang immer: Es ist dort ruhig und ordentlich", sagte die Rathauschefin. Doch seit den beiden Demonstrationen der Rechten, sagte Heidi Michaelis, könne man "dort nicht mehr von außen zuschauen. Man muss sich mit dem Problem auseinander setzen." Ihrer Ansicht nach sei es gut, dass sich die "Bürgerinititative für Integration, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie - BIRD" gegründet hat. Ärzte, Lehrer und Kirchenleute versuchen nach Auskunft von Pfarrer Hans Lücke, einer "Atmosphäre der Einschüchterung" entgegenzutreten. "Ich habe beschlossen, da mitzuarbeiten", kündigte die Bürgermeisterin an. Denn man könne nicht erst aktiv werden, wenn wieder eine Großdemo der Rechten ansteht. Wobei sich die PDS-Politikerin darüber völlig im Klaren ist, dass es für den Umgang mit dem Problem Neonazis kein Patentrezept gibt. Auf keinen Fall aber dürfe es so sein, dass man nicht mit den Rechten spreche, erklärte sie.

"Das mache ich nicht, denn sie sind ein Teil der Gesellschaft", sagte sie. Immerhin handele es sich zumeist "um junge Leute, die von Erwachsenen verleitet werden." Das Gespräch müsse gesucht werden - ansonsten sei man nicht anders als jene, die Intoleranz propagieren - gegen den Staat, gegen die Verwaltung, gegenüber Ausländern.

Gleichzeitig stellte die Bürgermeisterin klar, dass sie gegen Gewalt in jeder Form sei - nicht nur gegen die von rechts, sondern auch gegen die von links. Wobei sich heutzutage für sie die Frage stelle, ob man die Begriffe "links" und "rechts" überhaupt noch verwenden soll.

Nordkurier-Pasewalk

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