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09.10.2002
Kripo geht von Racheakt in Ueckermünde aus - Disco-Schägerei: Drei von vier Verdächtigen bekannt - Pächter streben neues Image an

Ueckermünde. Drei der vier Schläger, die in der Nacht zum Sonntag einen jungen Mann in der Ueckermünder Disco verprügelt haben (Nordkurier berichtete), werden demnächst eine Vorladung der Ueckermünder Kriminalpolizei erhalten. Der vierte Tatverdächtige sei noch nicht namentlich bekannt, bei der Kripo wird aber davon ausgegangen, dass dessen Name im Zuge der Vernehmungen schnell festgestellt wird, hieß es.

Bestätigt wurde sowohl von der Polizei als auch von den Betreibern der Disco, dass es sich bei dem Opfer um einen Aussteiger aus der rechten Szene handelt. Da die Tatverdächtigen, die allesamt aus Ueckermünde stammen, ebenfalls dieser Szene zugerechnet werden, geht auch die Kripo weiter davon aus, dass es sich um einen Racheakt handelte.

Die bereits festgestellten Tatverdächtigen sind bei der Polizei nicht unbekannt. "Jeder von ihnen hat schon die ganze Palette von Kleinkriminalität auf dem Kerbholz", so ein Kripomann. Die lückenlose Aufklärung der Schlägerei als Voraussetzung für die Anklageerhebung werde allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen, da zahlreiche Zeugen gehört werden müssten. "Es handelt sich um eine sehr aufwändige Sache", sagte der Beamte. Das Opfer, ein 19-jähriger Mann aus Eggesin, soll vor der Auseinandersetzung an einer Geburtstagsfeier der linken Szene in der Disco teilgenommen haben.

Indes stellen die neuen Betreiber der Discothek, Uwe Sturm und Hans-Ulrich Schubert, klar, dass es sich hier um einen Einzelfall handele. Zudem habe es sich nicht um eine Auseinandersetzung zwischen der rechten und der linken Szene gehandelt, sondern um eine private Abrechnung, in die dann auch ein Ordner der Disco verwickelt wurde, der einen Schlag mit einem Bierkrug über den Kopf erhalten hatte.

Hausverbot angekündigt

Dies sei allerdings die erste Handgreiflichkeit gewesen, seitdem sie das Haus im Juli dieses Jahres gepachtet haben, so Sturm. Er und Schubert streben an, das frühere Image der Disco in der Bahnhofstraße als Treff der Rechten unbedingt ablegen zu wollen. "Was vorher war, ist Geschichte. Die Leute sollten erst einmal zu uns kommen, und sich ein Bild von der neuen Discothek machen", erklärte Sturm. So strebe man mit der "Yesterday"-Bar an, auch einen Tanztreff für die reifere Jugend zu bieten. Die Bar sei getrennt von der normalen Discothek im Obergeschoss untergebracht und habe freitags und sonnabends ab 20 Uhr geöffnet. Ab 15. Oktober lade die "Yesterday"-Bar auch dienstags zum Tanz ein. Das Quartett, das am vergangenen Wochenende zugeschlagen hat, wird auf jeden Fall mit einem Hausverbot belegt. Dies würde auch andere Personen treffen, die über die Stränge schlagen, kündigte Schubert an. Zudem würden Gäste, die Kleidung mit verfassungsfeindlichen Symbolen tragen, nicht eingelassen.

Nordkurier-Ueckermünde

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