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09.10.2002
Jugendliche aus Region entfernen Brand-Spuren - Raum des Todesmarsch-Museums bei Grabow-Below hergerichtet

Grabow-Below. Wenn heute Nachmittag zehn Schüler und Auszubildende mit ihren Werkzeugen und Farbeimern nahe Grabow-Below das "Museum des Todesmarschs" verlassen, geht kein alltägliches Projekt zu Ende. Die 13-jährige Susanna, ihr zwei Jahre älterer Mitschüler Marcel und die anderen Jugendlichen aus Waren und Umgebung haben geholfen, die Folgen des Brandanschlags auf das Museum zu beseitigen.

Die Nachricht vom mutwillig gelegten Feuer in einem Ausstellungsraum des kleinen Hauses hatte vor knapp fünf Wochen für Bestürzung gesorgt. Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg äußerten Unverständnis für das, was in der Nacht zum 5. September an der Grenze beider Länder geschehen war. Am Tag danach demonstrierten 500 Menschen im Belower Wald gegen Gewalt und Rechtsextremismus. Von den Brandstiftern, die allein durch glückliche Umstände nicht das gesamte Museum vernichtet haben, fehlt bis heute jede Spur (der Nordkurier berichtete). Bei der Gruppe um Susanna und Marcel handelt es sich um Jugendliche, die in der Produktionsschule des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) Waren eine neue berufliche Chance bekommen sollen. Handwerkliche Ausbildung gehöre zum Programm der Schüler und künftigen Lehrlinge, sagten gestern Ulrike Stolschewski und Klaus Höppner.

Mehrfach dabei

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Karin Pagels und Elke Einbrodt sind sie fürdie Gruppe verantwortlich, leiten sie an. Während die Frauen gestern zum ersten Mal auf der besonderen Baustelle dabei waren, handelte es sich für Pagels bereits um den vierten Einsatz im Museum. Nachdem Mitarbeiter der Einrichtung und zuvor die Spurensicherung der Polizei den ausgebrannten Raum zu großen Teilen ausgeräumt hatten, machten Höppner und seine Leute gründlich sauber. Jugendliche aus Neuruppin, erzählte CJD-Mitarbeiter Höppner, hätten dann den Raum mit einer neu gezogenen Wand geteilt.

Eine Hälfte sieht nun in etwa so aus wie vor dem Feuer. Zumindest auf Boden, Wände und Decke trifft dies zu. Die Jugendlichen säuberten den Rauputz, grundierten die Wände und strichen sie mit weißer Farbe an. Hinter der Trennwand - demnächst einsehbar durch eine Glastür - soll für eine gewisse Zeit an den Anschlag erinnert werden. Nicht durch besondere Hinweise, sondern durch den Blick auf die verkohlten Überreste mehrerer Schautafeln sowie der Inneneinrichtung des Raums.

Förderverein geplant

Horst Seferens, Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, sprach gestern gegenüber dem Nordkurier von "einer provisorischen Lösung". Langfristig sollen alle Spuren des Anschlags verschwinden. Das "Museum des Todesmarschs" ist Teil der in Oranienburg ansässigen Stiftung. Die Teilung des Raums hat laut Seferens auch technische Gründe, da Heizkörper und Elektroanschlüsse erheblich beschädigt wurden. Froh zeigte er sich darüber, dass originale Ausstellungsstücke durch den Brand zwar verdreckt wurden, nicht aber verloren gingen. Auch habe das Haus keinen Tag schließen müssen.

Horst Seferens kündigte für die kommenden Wochen die Gründung eines Museums-Fördervereins an. Auch werde innerhalb der Stiftung über die künftige Bildungsarbeit des Hauses nachgedacht, sagte der Sprecher. Grabow-Below (dl). Mutmaßlich rechtextremistische Täter sollen in der Nacht zum 5. September dieses Jahres den Brandanschlag auf das in Brandenburg gelegene "Museum des Todesmarschs" im Belower Wald unweit der Grenze des Müritzkreises verübt haben. Davon gehen die Ermittler der Polizei an Hand der gefundenen Spuren bisher aus. Wenige Tage nach der Tat waren kurzfristig drei Verdächtige festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Glücklichen Umständen istes zu verdanken, dass die Holzbaracke aus den 70-er Jahren nicht vollständig niederbrannte. Der Schwelbrand aktivierte die Rauchmelder, woraufhin Mitarbeiter eines Wachdienstes die Feuerwehr alarmieren konnten. Die Einrichtung eines Ausstellungsraumes konnte nicht gerettet werden. Froh sind die Verantwortlichen der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten darüber, dass authentische Exponate nicht unwiederbringlich verloren gingen.

Nordkurier-Waren

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