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06.10.2004
Bilder gegen blinde Gewalt - Wanderausstellung macht Station in der Hansestadt
"Die Liebe ist das wichtigste Gefühl, das wir Menschen haben", weiß Ekaterina Kinasch und zeigt stolz auf ihr gemaltes Herz. Die gebürtige Russin besucht die 9. Klasse der Ehm-Welk-Schule in Evershagen. Als sie von der Wanderausstellung "Wer, wenn nicht wir? Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus" hörte, wollte sie unbedingt daran teilhaben. "In Rostock fühle ich mich sicher. In Dresden wurde ich aber mal überfallen; das war schlimm." Rund 260 Bildtafeln entstanden in zwölf Jahren Ausstellungsgeschichte, auf denen vor allem der 3. Artikel des Grundgesetzes thematisiert wird; jetzt machen sie Station in Rostock. Bis 15. Oktober können davon 40 Beiträge im Foyer des Waldemarhofs kostenfrei bestaunt werden. Die Erfinderin der Ausstellung, Grafikerin Silvia Izi, betont, dass nur die Orte, in denen mindestens eine Schule sich aktiv beteiligt und Aufklärung über Gewalt betreibt, auch eine Exposition verdient haben: "So erfahren die Schüler eine angemessene Würdigung ihrer Arbeit. Außerdem wird das Thema stets aktualisiert und gerät nicht in Vergessenheit." Die Bilder zeigen die ganz persönliche Definition vom friedvollem Zusammenleben in einer Gesellschaft. Die Irakerin Sasan Latif glaubt, dass durch das Projekt mehr Toleranz unter den Klassenkameraden entstanden ist: "Wenn dennoch was passiert, darf man nicht wegschauen."
Dass die Bilder zwar ein eindrucksvolles Anschauungsmaterial sind, aber noch lange keine ausreichende Lösung gegenüber Gewaltbereitschaft, räumt Silvia Izi ein. "Doch sie sind eine Alternative, deren Wirkung im Dialog vor und mit den Bildern spürbar wird", resümiert sie.
Veranstaltet wird die Bilderschau durch das Xenos-Projekt von Diên-Hông und der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Harriet Oerkwitz
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