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24.09.2004
Gedenken an die Synagoge - Einweihung in Güstrow vor 175 Jahren am 28. September
Güstrow (usch) - Am 28. September jährt sich zum 175. Mal der Einweihungstag der dritten Synagoge in Güstrow (siehe Stichwort). Im Adressbuch von 1921 werden die Hausnummern Krönchenhagen 12 A, 13, 14 im Besitz der israelitischen Gemeinde angegeben. An die Synagoge (Nr. 13) wurde links das Gemeindehaus mit der Schule der Gemeinde um 1870 erbaut. Diese beiden Gebäude stehen zum Glück noch, die Synagoge wurde in der sogenannten "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 zerstört, zusammen mit der Trauerkapelle (1910 eingeweiht) auf dem jüdischen Friedhof an der Neukruger Straße.
Freundeskreis lädt am Montag in den Dom
Das Wort Synagoge kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet – Versammlung. Das Haus war also ein Gebäude, in dem sich die jüdische Gemeinde zum Gottesdienst, zum Gebet und zur Belehrung versammelte. Sie war keine streng klassische Kirche wie in der christlichen Religion. Wenig bekannt ist, dass das Gotteshaus im Krönchenhagen die dritte Synagoge in Güstrow war. Schon im 13. Jahrhundert gab es in vielen mecklenburgischen Städten jüdische Gemeinden, auch in Güstrow. Ihre Synagoge befand sich im Bereich des heutigen Klosterhofs.
Die Juden hatten in Europa, schon im Mittelalter immer um ihre Existenz zu kämpfen. Ab 1325 kam es in Krakow am See und 1330 in Güstrow zu Judenpogromen. Die Synagogen wurden zerstört, auch in Güstrow, durch den Vorwurf der Schändung heiliger Hostien. Die Juden wurden gefoltert, getötet, ausgewiesen und verschwanden um 1490 aus Mecklenburg. Erst um die Mitte des 18. Jahrhundert siedelten sich wieder Menschen jüdischen Glaubens in Mecklenburg und damit auch in Güstrow an.
Nach Recherchen des Fördervereins Güstrow wurde von der jüdischen Gemeinde eine Wohnung im Bereich Baustraße/Armesünderstraße oder nach anderen Quellen in der Schnoienstraße als Synagoge genutzt.
Nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon setzte eine spürbare Toleranz gegenüber der jüdischen Bevölkerung ein und es wurde gestattet wieder Synagogen zu bauen: Parchim 1823, Hagenow, Gnoien 1828, Güstrow 1829, Rehna 1830, Malchin, Waren 1835.
Schweriner Volkszeitung-Güstrow
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