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07.10.2002
Finanzielle Sorgen in Peenemünde - Bund stärker gefordert - Land schlägt Stiftung für Museumserhalt vor
Peenemünde (dpa) Der Bund sollte sich nach Ansicht von Experten stärker für die V2-Gedenkstätte in Peenemünde engagieren. Mit jährlich 300000 Gästen gehöre die Ausstellung über die Nazi-"Vergeltungswaffen" zu den meistbesuchten Museen Deutschlands, sagte Museumsdirektor Dirk Zache. Die frühere Erprobungsstelle für die erste Mittelstreckenrakete der Welt habe eine international hohe Bedeutung. Das Museum in Peenemünde sei zwar als Bundesgedenkstätte anerkannt, Berlin müsse aber auch das finanzielle Überleben sichern.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit stehe der Bildungsauftrag des Museums im Vordergrund. "Wir leben von den Usedom-Urlaubern und erreichen damit vor allem Menschen, die sonst nicht ins Museum gehen oder zum Geschichtsbuch greifen", sagte Zache. In dem Ort mit 380 Einwohnern gehe jedoch das Steueraufkommen "gegen Null".
Auch Andreas Wagner vom Verein Politische Memoriale betonte, dass Peenemünde nicht allein gelassen werden dürfe. "Das Museum setzt Standards für das Land", sagte er. Nach dem Museum dürften jetzt die weiteren Schwerpunkte, der Aufbau einer Bildungsstätte und einer 25 Quadratkilometer großen Denkmallandschaft nicht aus den Augen verloren werden.
Auch das Schweriner Kultusministerium sieht die Gemeinde finanziell überfordert. Eine neue Trägerschaft sei aber nicht einfach zu bilden, sagte der zuständige Referent Bernhard Hoppe. Favorisiert werde die Gründung einer Stiftung, an der Land, Bund, Kreis und die Luft- und Raumfahrtindustrie beteiligt sind. Bereits jetzt werde das Museum knapp eine Million Euro vom Bund erhalten.
Schweriner Volkszeitung
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