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10.09.2004
Extreme stören Hartz-IV-Demo - Polizei verhindert Eskalation - 1500 Teilnehmer protestieren friedlich
Von unserem Redaktionsmitglied Frank Wilhelm
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Die Mehrheit der Demonstranten zog friedlich über den Ring. |
Neubrandenburg. Starke Polizeikräfte haben gestern Abend eine Eskalation zwischen etwa 30 linksautonomen Kräften und rund 50 Mitgliedern rechtsextremer Organisationen am Rande der Hartz-IV-Proteste verhindert. Nachdem der Demonstrationszug mit Verzögerung vom Rathaus aus auf den Ring eingebogen war, verhinderten die Linksextremen, die ein schwarzes Banner mit der Aufschrift "Fight Back - gegen Nazis, Staat und Kapital" trugen, dass sich die Rechtsradikalen dem Marschzug anschlossen. Minutenlang standen sich beide Gruppierungen auf dem Engelsring gegenüber - dazwischen die Polizei.
Erst nachdem Versammlungsleiter Dieter Kowalick an die Linksautonomen appelliert hatte, bewegten die sich langsam in Richtung Pferdemarkt. Dabei drohte die Situation zu kippen, als sich ein Handgemenge zwischen einzelnen "Gegnern" entwickelte. Nachdem die Autonomen den Ring in Höhe Friedländer Tor verlassen hatten, kam es in Höhe des Bahnhofs erneut zum Stillstand. "Ich löse hier keine Demonstration auf", erklärte der Chef der Polizeiinspektion, Herbert Rudolph, in Reaktion auf Forderungen Kowalicks. Er wollte die Rechtsradikalen schon beim Start am Rathaus von der Demo ausschließen. Dies ließe aber das Versammlungsrecht nicht zu, erklärte Rudolph.
Vor dem Rathaus schien es, als sollten es diesmal weniger Demonstranten werden als in der Vorwoche, als 1500 Teilnehmer kamen. So viele seien es aber auch gestern wieder gewesen, sagte Kowalick. IG-Metall-Geschäftsführer Jan Bloempott erneuerte bei der Kundgebung die Forderung, dass Hartz IV zurückgenommen werden müsse.
Nordkurier-Neubrandenburg
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10.09.2004
Kommentar: Einfach rechts liegen lassen
Der Polizei sei’s gedankt. Die Besonnenheit der Beamten führte dazu, dass es gestern Abend keine Eskalation zwischen Rechts- und Linksextremen gab. Auch durch dumme Sprüche à la "Unsere Polizisten schützen Rechtsextremisten" ließ sich die Polizei nicht provozieren. Die Deeskalationstaktik zeigte Erfolg. Zum Glück: Denn Bierflaschen sowie volks- und demokratieverhetzende Parolen schwingende Jugendliche, egal welcher Coleur, sind das Letzte, was Menschen, die aus Sorge um ihre Zukunft gegen die Arbeitsmarktreform protestieren, brauchen. Die Konfrontation mit Extremisten bringt gar nichts. Das verschafft ihnen nur ein Podium. Am besten einfach links und rechts liegen lassen.
Frank Wilhelm
Nordkurier-Neubrandenburg
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