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06.09.2004
Rechte marschieren in der Haffstadt auf - Polizei ist mit 160 Beamten im Einsatz

Ueckermünde (tho). Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei, hat die so genannte Bürgerinitiative Schöner und sicherer Wohnen in Ueckermünde am Sonnabend Nachmittag gegen das Asylantenheim und die Agenda 2010 protestiert. Der Tross, der sich alles andere als aus Bürgern zusammensetzte, sondern in dessen Reihen sich etwa 240 Rechtsextreme und Neonazis aus dem ganzen Norden versammelten, marschierte durch die Haffstadt zum Marktplatz. Dort verbreitete unter anderem Michael Andrejewski, der für die rechtsextreme NPD im ostvorpommerschen Kreistag sitzt, seine Parolen.

Auf dem Markt ergaben sich dabei bizarre Bilder: Während Touristen und Einheimische in Straßencafés die Sonne genießen wollten, hetzte im Hintergrund die rechtsextreme Szene gegen Ausländer. Viele Gäste zogen es vor, sich zu verabschieden, andere kritisierten die Polizeikräfte. Warum greift ihr da nicht ein?, fragte ein Berliner. Die Beamten konnten nur die Schulter zucken die Demo der Rechten war schließlich genehmigt. Engagierte Leute wie Pastor Hans Lücke, der mit seinen Mitstreitern von der Initiative "Bürger für Integration, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie" (BIRD) seit Monaten gegen die braune Gefahr kämpft, sahen das Geschehen mit Entsetzen und Enttäuschung. "Es ist einfach nicht zu verstehen, dass solche Aufmärsche genehmigt werden", sagte er.

Bei ihren Protesten gegen den rechten Aufmarsch erhielt BIRD diesmal auch Unterstützung von der Stadt Ueckermünde. Die Verwaltung ließ noch am Sonnabend Vormittag an der Vorderseite eines Hauses auf dem Marktplatz ein großflächiges Plakat anbringen. Auch PDS-Stadtvertreter Rudi Roloff gehörte zu jenen, die offen gegen die Demo protestierten. "65 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges beginnt man nun wieder, die Menschen zu entzweien," sagte er. Die Polizei war am Sonnabend mit 160 Beamten im Einsatz; ein T-Shirt mit verfassungswidrigem Kennzeichen wurde beschlagnahmt.

Nordkurier-Ueckermünde

06.09.2004
Kommentar: Das darf nicht sein

Nur wenige Menschen zeigten ihren Zorn über den Aufmarsch der Rechten auch auf Plakaten. Viele hatten Angst. Dass der Aufmarsch der Rechten am Sonnabend ohne Ausschreitungen ablief, ist das einzig Positive. Dass solche Demos überhaupt stattfinden dürfen, ist ein Skandal. Wenn rechte Kameradschaften Lieder spielen, in denen vom "T