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04.10.2002
Afrikanische Rhythmen rissen Zuhörer mit - "Trommeln gegen rechts" auf dem Stralsunder Neuen Markt

Stralsund (OZ) Über das strahlend schöne Wetter freute sich an diesem Mittwoch nicht nur die Initiatorin des Projektes "Trommeln gegen Rassismus", die Ausländerbeauftragte der Hansestadt, Stephanie Hertwig, sondern auch eine wachsende Schar von Zuschauern und "Mittrommelnden".

Asamoah und die Ausländerbeauftragte hatten sich bereits 1997 unweit des jetzt stattfindenden Spektakels zum ersten Mal getroffen: Damals war er in der Stralsunder Jakobikirche zu hören, spielte mit den Djemben - anderen afrikanischen Trommeln.

Der gebürtige Ghanaer, der seit 1981 mit seiner Familie in Berlin lebt, hat sein musikalisches Talent der Bewahrung und vor allem der Verbreitung westafrikanischer Musiktradition verschrieben. Deswegen bleibt er ständig "in Bewegung", besucht Schulen, Jugendtreffs und Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet. In seinem Gepäck immer mit dabei: 15 Trommeln, die das Mitmachen ermöglichen und so die fremde Kultur buchstäblich wahrnehmbar machen sollen.

Die afrikanische Kultur in das Bewusstsein zu rücken, das ist auch das Anliegen von Stephanie Hertwig. In Asamoah hat sie einen Botschafter für dieses Vorhaben gefunden, dessen Charme und Temperament sich an diesem Nachmittag keiner entziehen konnte.

Die ersten 15 Interessierten waren zwar anfangs noch etwas zurückhaltend, aber nach einigen Scherzworten und Anekdoten verflog ihre Verlegenheit. Bald erschallte der Klang von 16 verschiedenen und doch durch den gleichen Rhythmus geeinten Spielern über den Platz.

Dass Stralsund solche Annäherungsversuche nötig hat, wurde deutlich, als ein älterer Mann auf den Ghanaer zustürmte, sein Spiel unterbrach und ihn aufforderte "nach Afrika zurückzugehen". Inmitten der ausgelassenen Stimmung hatten die Beteiligten allerdings nur ein müdes Lächeln für ihn übrig.

Ostseezeitung-Stralsund

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