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04.10.2002
"Theresienstadt in Not": Benefizveranstaltung im Rostocker Theater - Rostocker Künstler laden am 13. 10. ein/Hilfe nach Hochwasserflut
Mit einer Benefizveranstaltung am 13. Oktober um 16.00 Uhr im Theater im Stadthafen wollen das Max-Samuel-Haus und die Rostocker Bundestagsabgeordnete Christine Lucyga (SPD) Hilfe für Theresienstadt auf den Weg bringen. Dieser Ort der leidvollen Geschichte ist von der Hochwasserkatastrophe der vergangenen Wochen stark betroffen worden. In der Kleinstadt Terezin in Tschechien sind die Schäden im ehemaligen Ghetto Theresienstadt sehr hoch; das "Ghetto-Museum" versucht gegenwärtig, beschädigte Dokumente, vor allem die Häftlingstransportlisten, zu bergen und wenigstens teilweise zu retten. Teile der Gedenkstätte müssen bis auf weiteres geschlossen bleiben; Freiwillige aus Deutschland und Tschechien sind dabei, Hochwasserschäden zu beheben. Die Benefizveranstaltung findet zugunsten der durch die Hochwasserflut zerstörte Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers statt.
Von 1941 bis 1945 war während der deutschen Okkupation Theresienstadt eines der berüchtigsten Konzentrationslager; 33 000 Menschen - vor allem ältere Jüdinnen und Juden - fielen allein hier dem Rassenwahn der deutschen Nazis zum Opfer, und 88 000 Menschen wurden von dort in andere Vernichtungslager deportiert.
Unter dem Opfern von Theresienstadt waren auch jüdische Bürger unserer Stadt. In Theresienstadt verhungerte Richard Siegmann, der langjährige Direktor der Rostocker Straßenbahn AG; es erlag Marie Bloch, die Gründerin des Fröbelschen Kindergartens, einer nicht behandelten Typhuserkrankung. Die älteste Rostocker Deportierte, die 88-jährige Helene Bernhard, starb nach wenigen Wochen; ihr Sohn, Arnold Bernhard, letzter Vorsitzender der Rostocker Jüdischen Gemeinde, wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert und Ende 1944 im KZ Auschwitz vergast.
Der Ort der Mahnung muss weiterbestehen! Diesem Anliegen ist auch die Benefizveranstaltung verpflichtet. Mit unterschiedlichen Texten und musikalischen Beiträgen melden sich am 13. Oktober Künstler des Volkstheaters Rostock, der Compagnie de Comédie, der Hochschule für Musik und Theater und des Konservatoriums "Rudolf Wagner-Regeny" zu Wort, sie werden die Erinnerung an Theresienstadt wachrufen.
Mitwirkende des Nachmittags sind Daniel Arnold, Monika Boysen, Katrin Hansmeier, Georg Haufler, Sylvio Krause, Eugen Krößner, Dorothea Meissner, Rosita Mewis, Johanna Schall, Katrin Stephan, Marlen Ulonska, Anke Zimmermann, Jürgen Plato, Enrique Marcano, Tommy Thomann und weitere. Die Schirmherrschaft für die Benefizveranstaltung "Theresienstadt in Not" hat Rostocks Oberbürgermeister Arno Pöker übernommen.
Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) kann man sich noch heute im Max-Samuel-Haus Rostock (Telefon: 4 92 32 09) reservieren lassen.
Die Hochwasserschäden in Tschechien werden auf drei bis fünf Milliarden Euro geschätzt, mehr als zwei Millionen Menschen wurden durch die Flut geschädigt; hier gilt die konkrete Hilfe der Gedenkstätte.
Schweriner Volkszeitung-Rostock
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