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27.08.2004
Jüdische Kultur findet in Röbel neue Heimstatt - Grundstein für Begegnungsstätten-Bau gelegt
Von unserem Mitarbeiter Gunnar Kruse
Röbel. Auf dem Gelände der künftigen Bildungsstätte Alte Synagoge in Röbel ist gestern der Grundstein für den Neubau des Ausstellungsgebäudes gelegt worden. Unter anderem soll dort einmal eine ständige Ausstellung zur jüdischen Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns untergebracht werden, informierte Robert Kreibig vom Verein "Land und Leute", der sich seit Jahren für das Projekt engagiert (der Nordkurier berichtete). Das Finanzvolumen für das Gesamtvorhaben bezifferte er mit rund 1,2 Millionen Euro. Etwa 360 000 Euro werde allein der Neubau kosten, der im April fertig gestellt sein soll. Bislang sind in das Gebäudeensemble, zu dem auch die historische Synagoge gehört, nach den Worten Kreibigs etwa 150 000 Euro investiert worden.
Workcamp beendet
Unterstützt wird das ganze Unterfangen unter anderem durch Mittel des Bundes, des Landes und der Stadt Röbel. Parallel zur Grundsteinlegung wurden die diesjährigen Teilnehmer eines internationalen Jugendworkcamps verabschiedet. Daran hatten sich nach Vereins-Angaben Teilnehmer aus zwölf Nationen beteiligt. Gottfried Timm (SPD), Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, hob die künftige Bedeutung der Bildungs- und Begegnungsstätte Alte Synagoge als neuen Anziehungspunkt für Röbel hervor. Eveline Schön, parteilose Bürgermeisterin der kleinen Müritzstadt, sicherte dem Verein "Land und Leute" zu, dass der Ort so wie schon in der Vergangenheit das Vorhaben weiterhin unterstützen wird. Als Vertreterin von Landrat Jürgen Seidel (CDU) war Dorothea Konrad (SPD) nach Röbel gekommen. Die Dezernentin verwies unter anderem auf eine bereits erschienene Broschüre unter dem Titel "Auf den Spuren jüdischer Vergangenheit im Müritzkreis".
Mit einem Zitat aus dem Psalm 119 wünschte der Frankfurter Rabbiner Andrew Steinman, ehemals erster Landesrabbiner in Mecklenburg-Vorpommern nach der Wende, der Begegnungsstätte alles Gute: "Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit, dass ich hinein komme und Gott danke. Dies ist das Tor zum Ewigen, Gerechte kommen hinein", sagte er unter anderem und schloss mit "diesen Tag hat der Ewige geschaffen, wir wollen an ihm jubeln und uns freuen".
Nordkurier-Waren
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