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19.08.2004
Ulrich Schacht las im Zeughaus aus seinen Werken

Wismar Eine ganz besondere Freude sei es ihm, eine Einladung nach Wismar bekommen zu haben, lautete die charmante Antwort von Ulrich Schacht auf die herzliche Begrüßung der Leiterin der Stadtbibliothek Marlies Richter. Anlässlich des Schwedenfestes und der 775-Jahrfeier der Hansestadt hatte die Stadtbibliothek am Dienstagabend zur Autorenlesung ins Zeughaus gebeten. Besser könne es gar nicht passen: Ein ehemaliger Wismarer, der jetzt in Schweden lebt, kommt zum Schwedenfest.

Schon 1976 verließ er die DDR, nachdem er vom Westen freigekauft wurde aus dem Gefängnis, wo er wegen staatsfeindlicher Hetze saß. Und erst nach der Wende konnte er wieder in seine Heimatstadt zurückkehren. Seit 1998 lebt der Wismarer Jung in Schweden. Und ein Wismarer Jung ist er wohl geblieben. Die Einladung betrachtete er eher als eine "Einladung nach Hause". Die räumliche Entfernung habe aber auch eine besondere Intensität, sagte er, Vergangenes zu rekonstruieren und das in einer durchaus sentimentalen Sichtweise. Ein Mythos werde daraus, und der "Mythos meiner Heimatstadt hat mich immer begleitet".

Seine Gefühle und auch sein nicht einfaches Leben hat Ulrich Schacht in seinen Essay, Gedichten und Geschichten verarbeitet. Am Dienstag bot er den gut 50 Besuchern ein Potpourri von Texten, darunter auch aus dem Gedichtband "Die Treppe ins Meer", der eben erst erschienen ist. Der Band enthält Schwedengedichte, in denen Schacht die Idylle seiner neuen Heimat beschreibt.

Ostseezeitung-Wismar

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