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19.08.2004
Nächtliche Hatz und Schlägerei im Stadtpark - Mann bewusstlos in Krankenhaus gebracht
Teterow. "Ich hab' gedacht, die bringen mich um". Das Entsetzen ist der knapp 15-Jährigen Teterowerin (Name der Redaktion bekannt) bei diesen Worten wieder ins Gesicht geschrieben. "Hau' ab. Oder du siehst die Hölle!" hätten die jungen Männer und Frauen in ihren Bomberjacken mit Springerstiefeln an den Füßen und zumeist kahl rasierten Köpfen gedroht, die sie in der Nacht zum vergangenen Sonntag "durch die halbe Stadt jagten".
Schnell fällt in den Schilderungen der Schülerin das Wort "Rechtsradikale". "Als wir im Pionierpark sahen, wie diese Leute einen Jungen niederschlugen, da hat meine Freundin die Polizei gerufen. "Und da hat man uns gesagt. ,Bleibt da stehen, wo ihr seid, wir kommen". "Doch das konnten wir natürlich nicht, denn eine Gruppe der Rechten hatte uns gesehen, und wir rannten um unser Leben, versteckten uns hinter einer Hausmauer", schildert das junge Mädchen. Und schließlich habe sie von dort aus gesehen, wie einer aus der Gruppe der Schläger den regungslosen Körper eines Jungen unter eine Laterne geschleift habe. Die Polizei sei bis dahin allerdings noch nicht aufgetaucht. Die Leitstelle der Polizeidirektion Rostock bestätigte, dass der abendliche Hilferuf eingegangen ist. "Es gab daraufhin einen Einsatz der Beamten in Teterow. Diese waren laut Bericht innerhalb von etwa 20 Minuten am Tatort", informierte ein Sprecher auf Nachfrage. Der Mann sei bewusstlos und verletzt gewesen. Er sei ins Krankenhaus gekommen. Weiteres sei nicht bekannt.
Punk blutig geschlagen
Wie Zeugen gegenüber unserer Zeitung berichteten, machten mehrere junge Leute an besagtem Abend unfreiwillige Bekanntschaft mit den Schlägern. Es kam zu weiteren Prügeleien zwischen Rechten, Alternativen und Punks und zu nächtlichen Jagden durch die Stadt. Mindestens drei Jugendliche seien "krankenhausreif" geschlagen worden.
Einer, der nach eigenen Angaben selbst ordentlich etwas dabei abbekommen hat, ist ein 16-jähriger Punk aus Teterow. Auch er habe über 110 etwa gegen 23 Uhr versucht, Hilfe zu holen. "Immerhin schlugen etwa 15 Rechte auf vier Punks ein", schildert er. Er hätte später aus dem Park fliehen und sich in Sicherheit bringen können. Begegnungen mit Vertretern der rechten Szene in dieser Größenordnung hätte er in Teterow noch nicht erlebt. Ein Teil der Truppe sei auf dem Seesportfest gesehen worden. Doch laut Polizei gab es dort keine Vorfälle.
Nordkurier-Teterow
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