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02.10.2002
Heute großer Kinotag in der Wismarer Nikolaikirche - Interkulturelle Woche begann mit Theaterstück
Wismar (OZ) Im Rahmen der Veranstaltungen zur "Woche des ausländischen Mitbürger" zeigen die evangelischen Kirchgemeinden Wismars heute besondere Filme, die dieses Thema aufgreifen. Die Filmvorführung findet im Turmraum der St.-Nikolai-Kirche statt. "Das Theaterstück am Montag und jetzt der Kinotag sind unsere Beiträge zu der bundesweiten Aktion. Wir wollen Bewusstsein schaffen, wie wichtig Integration ist", so gestern Pastor Markus Wiechert. Die Filmauswahl wurde daher bewusst getroffen, die Organisatoren wünschen sich regen Zuspruch, gerade bei Kinder und Jugendlichen.
Zum Auftakt des Filmmarathons wird heute um 15 Uhr für Kinder der Film "Die Honigkuckuckskinder" gezeigt: In einem zum "Hotel Paradies" umgebauten Hafensilo finden Menschen aller Nationen Unterschlupf. Während sich die Erwachsenen argwöhnisch beäugen, freunden sich die Kinder schnell an. Sie kommen einer Menschenhändlerbande auf die Spur und decken die dunklen Machenschaften des "Hotel"-Besitzers und seiner Helfer auf.
Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre wird um 17 Uhr der Film "Zweieinhalb Minuten" aufgeführt. Zum Inhalt: Spätabends sind in Berlin drei junge Türken, begleitet von zwei deutschen Mädchen, mit der S-Bahn zu einer Disco am Alexanderplatz unterwegs. Sechs Deutsche steigen zu, und zwischen den beiden Gruppen kommt es zu einem rasch eskalierenden Streit. Zwei Minuten dauert die Auseinandersetzung, bevor der Film in einer Rückblende das vorausgegangene Jahr im Leben von Tätern und Opfer nachzeichnet.
Im Nachtkino um 21.30 Uhr wird das Werk "Angst essen Seele auf" des bekannten Regisseuers Rainer-Werner Fassbinder gezeigt. Der Eintritt für alle Filme ist frei. Spenden zur Deckung der Unkosten sind jedoch erwünscht.
In Wismar leben knapp 1400 Ausländer. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug Ende letzten Jahres drei Prozent und war leicht rückläufig. Die meisten Ausländer in Wismar stammen aus der Ukraine, Vietnam und Russland. Stärker vertreten sind auch Kroaten, Armenier, Moldawier und Marokkaner.
Zum Auftakt der interkulturellen Woche wurde am Montag in der Neuen Kirche das Stück "Ein jüdischer Schneider am Hofe der Prinzessin Schedim" vom Theater Mechaje der jüdischen Gemeinde Rostock aufgeführt. Das jüdische Märchen wurde in russischer Sprache mit deutschen Einleitungen der sechs Szenen aufgeführt.
Ostseezeitung-Wismar
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