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30.09.2002
Zehn Jahre auf der Suche nach Normalität - Verein Diên Hông bietet Hilfe für viele Nationalitäten jetzt in der Rostocker KTV

Kröpeliner-Tor-Vorstadt (OZ) In der multikulturellen Begegnungsstätte Waldemarhof hat der Verein Diên Hông inzwischen seinen Sitz. Auch dieses Domizil ist ein Zeichen dafür, dass die etwa 820 Vietnamesen in Rostock heute vor allem Normalität suchen. Tür an Tür mit den Interessenvertretungen anderer Nationen widmet sich Diên Hông heute Alltagsproblemen. Sprachkurse sind zentrales Anliegen - und dabei werden nicht nur in Rostock lebende Vietnamesen unterrichtet. Aussiedler im höheren Lebensalter beispielsweise gehören ebenso zur Klientel von Diên Hông.

Auch wenn dem Verein noch immer das Klischee anhaftet, er sei vor allem dazu da, den Vietnamesen Hilfe zu geben, unter anderem, um das Trauma Lichtenhagen zu verarbeiten, sieht die tägliche Arbeit in den Vereinsräumen doch ganz anders aus. Hier werden Projekte entwickelt, die ausländischen Arbeitssuchenden der Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern oder Kindern helfen, deren Mutterprache nicht deutsch ist, um in der Schule mitzukommen. Ob sie aus Vietnam oder einem anderen Land stammen, ist dabei zweitrangig.

Jugendarbeit und deutsch-vietnamesische Begegnungen gehören natürlich ebenfalls zum Arbeitspensum des Vereines. Fragen, die aus der Familienzusammenführung resultieren, können bei Diên Hông geklärt werden. Und wenn ehemalige Vertragsarbeiter, die in der DDR Rentenansprüche erworben haben, Hilfe brauchen, sind sie hier ebenfalls an der richtigen Stelle. Um Normalität zu erreichen, brauchen viele Zugewanderte nach wie vor Hilfe.

Vielfältig sieht auch das Fest-Programm bei Diên Hông aus Anlass des zehnjährigen Bestehens aus. Am 21. Oktober wird um 15 Uhr im Rathaus eine Ausstellung eröffnet. Zu sehen sind Bilder von deutschen Jugendlichen und Kindern in Vietnam, die jeweils ihre Vorstellungen vom anderen Land zu Papier gebracht haben. Reisfelder, bunte Drachen, die Alpen und Türme. Aber auch brennende Häuser und Vorstellungen vom Vietnam-Krieg. Konstantin Wecker wird ein Konzert geben und Mitte November wird die Problematik "Rassismus in Europa" im Rahmen einer internationalen Konferenz debattiert.

Ostseezeitung-Rostock

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