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24.06.2004
Historischer Rundgang durch KdF-Anlage - Schüler erstellten "Wegweiser für Prora"

22 Binzer Mädchen und Jungen haben im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses "Geschichte" im vergangenen Schulhalbjahr eine Broschüre erstellt, die durch den historischen Ort Prora führt.

Binz. Die Zeit der Naziherrschaft in Deutschland haben sie im Unterricht noch nicht behandelt. Und auch von Prora haben sie so gut wie nichts gewusst, geben die 22 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 der Regionalen Schule Binz zu. Das ist jetzt anders.

"Wir gehen jetzt mit ganz anderen Augen durch Prora", so die einhellige Meinung der Jugendlichen. Und Schülergenerationen nach ihnen können es nun auch. Wenn man ihnen den "Wegweiser für Prora" in die Hand gibt. Den haben die Binzer Jungen und Mädchen im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses "Geschichte" im letzten halben Schuljahr erstellt und sich intensiv mit dem ehemaligen "KdF-Seebad Rügen" auseinander gesetzt - unter Anleitung von Geschichtslehrerin Elke Wandrow und Susanna Misgajski vom Prora-Zentrum.

"Es ist bereits das zweite Schülerprojekt zum Thema Prora, das das Prora-Zentrum und die Regionale Schule Binz in Kooperation durchgeführt haben", erklärt Susanna Misgajski. Ziel sei es gewesen, dass sich ortsunkundige Prora-Besucher mit Hilfe einer Broschüre über die historischen Gebäude informieren können und damit sie sich auf den Gelände besser zurecht finden.

"Da die NS-Zeit erst in Klasse 10 behandelt wird, war der Einstieg schwer", so Susanna Misgajski. So mussten die Schüler erst einmal in das dunkle Kapitel deutscher Geschichte eingeführt werden. Um die KdF-Anlage besser kennen zu lernen, war außerdem Quellenarbeit und das Lesen von Fachliteratur notwendig. Bei diesem Studium halfen auch Exkursionen zum historischen Ort Prora. In Gruppenarbeit wurden dann sieben Themenbereiche abgearbeitet. Die Schüler erstellten die Texte selbstständig und fügten die Bilddokumente selbst ein. Mit Digitalkameras ausgestattet, fotografierten die Jungen und Mädchen die einzelnen Gebäudeteile. Und sahen die ihnen sonst so vertrauten Plätze wie die Diskothek und die Kaikante plötzlich mit ganz anderen Augen. Am beeindruckensten waren die Schüler von den Ruinen im Norden der Anlage.

Die 28-seitige Broschüre wird im Prora-Zentrum zur Verfügung gestellt. Auch sollen die Schüler der Binzer Schule damit arbeiten. Auf das Ergebnis ihrer Arbeit sind die Schüler stolz. Das können sie auch sein. Schließlich muss auch ihre Lehrerin Elke Wandrow zugeben: "Vieles habe auch ich von Prora noch nicht gewusst."

GERIT SCHMIDT-SCHOENEN

Ostseezeitung-Rügen

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