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14.05.2004
Ausstellung gegen das Vergessen - Über die Jugend im Dritten Reich
Verschiedene Schülerprojekte arbeiten an einer besonderen Ausstellung. Die Mädchen und Jungen untersuchen die Situation der "Jugend im dritten Reich". Die Exposition ist jetzt in Barth zu sehen.
Barth. Anreiz zum Fragen und zum Nachdenken soll sie sein - die Ausstellung "Jugend im 3. Reich". Seit Mittwoch ist die Exposition auf mehreren Tafeln mit Wort und Bild im Kuppelsaal des Barther Katharina-von-Hagenow-Gymnasiums zu sehen. Zur Eröffnung sprach Dr. Sabine Teubner-Schoebel. Sie ist Koordinatorin in der Produktionsschulen gGmbH - ein freier Träger der Jugendhilfe, der in Zarrendorf, Rostock, Stralsund und Barth sozialpädagogische und berufsorientierende Maßnahmen anbietet. Auch das Internetcafé ICON in der früheren Barther Diesterwegschule gehört zu diesem Projekt, das über das Bundesprogramm "Xenos" mit EU-Mitteln gefördert wird. Entwickelt werden im "Netzwerk gegen das Verdrängen" (Ne.ge.V) der Produktionsschule dabei Angebote gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und die Ausgrenzung am Arbeitsmarkt.
Die Ausstellung "Jugend im 3. Reich" war für das Festival "Prora '03" in der Geschichtswerkstatt Bad Sülze gemeinsam mit Ne.ge.V entstanden, wurde dann durch Beiträge anderer Schulen ergänzt und tourt inzwischen durch mehrere Schulen der Region. Die Barther Gymnasiasten lieferten zum Beispiel Tafeln, die sich mit den faschistischen Jugendorganisationen und mit der Person des Reinhard Heydrich - Chef der Sicherheitspolizei - beschäftigen.
"Diese Ausstellung ist keine leichte Kost", sagte Sabine Teubner-Schoebel. "Hier werden Jugendliche gezeigt, die unter völlig anderen Bedingungen lebten - ob im KZ oder im faschistischen Alltag". Keine professionellen Ausstellungsgestalter waren am Werk, sondern Schüler, deren Anspruch "Ich weiß über dieses Thema sehr viel, ich will viel davon weiter geben" sich vor allem in großen Textbeiträgen manifestiert. "Doch jeder kann sich seinen Teil 'herauslesen'", betont die Projektkoordinatorin und freut sich über interessante Gestaltungskonzepte: "Die Barther arbeiteten mit der Befragung von Zeitzeugen, dass ist sehr spannend". Die Ausstellung - so hoffen die Macher - soll das Vergessen an jene Zeit verhindern, damit so etwas nie mehr geschieht.
HANS-JOACHIM MEUSEL
Ostseezeitung-Ribnitz-Damgarten
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