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25.09.2002
Brutaler Abend auf Schulhof - Drei Barther wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt

Ribnitz-Damgarten (OZ) Was sich am Abend des 21. Dezember 2000 auf dem Schulhof der Fritz-Reuter-Schule in Barth genau zugetragen hat, blieb nach der Verhandlung unklar. Fest steht, dass sich dort zwei Jugend-Cliquen trafen und dass es zu einer Auseinandersetzung kam. Klar ist auch, dass sich der heute 19-jährige Jörg P. (alle Namen geändert) im Verlauf dieses Abends mehrere Prellungen sowie eine Verletzung an der Augenbraue zuzog und anschließend zwei Wochen krank geschrieben war.

Wie er am nächsten Tag bei der Polizei aussagte, sei er von den Brüdern Markus und Christoph M. verprügelt worden. Während Markus M. ihn in den Schwitzkasten genommen habe, hätte dessen Bruder ihm Faustschläge und Fußtritte ins Gesicht und in den Bauch versetzt. Auch Markus M. habe getreten. Ein Kumpel der Brüder, Martin W., sei mit einem Knüppel in der Hand auf ihn zugekommen. Jörg P. sei anschließend über einen Zaun gesprungen.

Die drei Angeklagten Markus und Christoph M. sowie ihr Kumpel Martin W., die sich beim Amtsgericht Ribnitz-Damgarten wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten mussten, erzählten dem Richter eine andere Version. Jörg P. habe sich seine Verletzungen zugezogen, als er über den Zaun gesprungen und dabei gestürzt sei, erklärte Markus M. "Der war gar nicht dabei." Vielmehr habe er Jörg P.s Freund Sebastian F. einen Fußtritt versetzt.

Christoph M., der von Justizbeamten in Handschellen zur Anklagebank geführt wurde, weil er zurzeit eine Freiheitsstrafe wegen Diebstahls absitzt, sagte: "Die wollten uns schon öfters ans Bein pissen." Grund für die Auseinandersetzung am 21. Dezember 2000 sei eine ein paar Tage zurückliegende Schlägerei gewesen, bei der Jörg P. und Sebastian F. den Kumpel der Brüder, Martin W., verprügelt hätten. Auf dem Schulhof der Reuter-Schule hätten die drei Freunde Jörg P. und Sebastian F. "zur Rede stellen" wollen.

Der als Zeuge geladene Sebastian F. druckste auf die Frage des Richters nach dem Grund für den Streit herum und zuckte schließlich mit den Schultern. "Das sind die Leute, die durch Barth laufen und 'Heil Hitler' rufen", rief Markus M. aufgebracht dazwischen. Sebastian F. wollte sich auf keine Aussage festlegen lassen - ob er Angst vor den sehr aggressiv wirkenden Brüdern M. hatte, blieb nur zu vermuten. Schließlich erklärte er, er habe nicht gesehen, wie sein Freund verprügelt worden sei, "ich habe nur gesehen, dass die gerammelt haben." Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen, wurde die Verhandlung vertagt, zum neuen Termin werden weitere Zeugen geladen, die an diesem Abend ebenfalls auf dem Schulhof waren.

Ostseezeitung-Ribnitz-Damgarten

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