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23.09.2002
Friedensfest gegen rechte Parolen - NPD marschierte Sonnabend in Schwerin ohne Publikum - PDS lud zu City-Feier ein

Schwerin Auch wenn es natürlich vom Wahlkampf gefärbt war: Die PDS hatte am Sonnabend zum Friedensfest in die Mecklenburgstraße sowie an ihre Infostände auf dem Marien- und dem Grunthalplatz eingeladen und wollte so Flagge zeigen gegen rechts. Anlass war die Abschlusskundgebung der NPD auf dem Dreesch. Dank der Initiative des antirassistischen Netzwerkes für Toleranz und Demokratie wurde diese Demonstration von den demokratischen Parteien mit Nichtachtung gestraft. Eine Gegendemonstration, die mögliche Eskalationen gebracht hätte, wurde - auch zur Freude der Polizei - abgesagt.

So hatten die knapp 60 NPD-Sympathisanten in Neu Zippendorf für ihre Parolen kaum ein Publikum. Ab und an lukte ein Anwohner aus dem Wohnzimmmerfenster - wohl aber eher aufgrund der lautstark vorgetragenen Sprüche als aus Interesse. Die Situation wäre nur dann kompliziert geworden, wenn Gegendemonstranten Konflikte heraufbeschworen hätten. Doch die deutliche Polizeipräsenz mit 480 Einsatzkräften wirkte: Linke Gegendemonstranten, die die überwiegend aus Rostock angereisten NPD-Demonstranten auf dem Hauptbahnhof mit einem eigenen, ebenfalls von der Polizei abgeschirmten Stand in Empfang genommen hatten, wurden von den Beamten bereits auf dem Marienplatz wieder aus den Straßenbahnen in Richtung Dreesch gezogen.

Bereits im Vorfeld hatte es auf Initiative des Netzwerkes für Toleranz und Demokratie ein einmaliges Bündnis von SPD, PDS, CDU, FDP und Bündnisgrünen gegen rechts gegeben. Gemeinsam warben die Parteien kurz vor den Bundes- und Landtagswahlen für mehr Verständnis der Kulturen auf Plakaten in Bussen und Bahnen sowie auf Spruchbändern an Brücken (SVZ berichtete).

Schweriner Volkszeitung-Schwerin

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