Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

18.09.2002
Große Wahlschlacht-Verluste - Vor allem CDU- Plakate immer wieder Ziel von Vandalen - Alle Parteien betroffen

Ueckermünde (wil). Der Wahlkampf ist teuer - vor allem auch, weil das Ringen um Wählerstimmen mit Plakaten bei allen angetretenen Spitzenparteien zu hohen Verlusten führt. Einerseits durch Wetterunbilden, andererseits aber insbesondere auch durch Zerstörungen und Diebstahl. Besonders betroffen ist offensichtlich die Union, wie selbst Vertreter der gegnerischen Parteien einräumen. "Bei den CDU-Plakaten sind die Zerstörungen extrem", erklärte gestern die FDP-Spitzenkandidatin des Nordkreises für den Landtag, Sylke Stahl. PDS-Kandidat Gerd Walther sieht ebenfalls die CDU sowie seine eigene Partei als Hauptadressaten von Vandalismus. Für SPD-Mann Alexander Erinski sind es die SPD und die CDU, die die größten Wahlschlacht-Verluste hinnehmen müssen. "Mein Gefühl sagt mir, dass Zerstörungen und Schmierereien bei uns überdimensional auftreten", erklärte CDU-Landtagskandidatin Kerstin Fiedler. Sie selbst entdeckte erst unlängst frauenfeindliche Sprüche auf ihren Plakaten in Sprengersfelde und Aschersleben. "Dümmlich und unter die Gürtellinie gehend", so ihr Kommentar.
Insbesondere die großen Plakataufsteller sind immer wieder Ziel von Anschlägen, sagte CDU-Kreisgeschäftsführer Ullrich Poch. Erst gestern sei eine Posterwand in Löcknitz umgerissen worden. Am vergangenen Wochenende wurden zwei CDU-Aufsteller in Pasewalk komplett demoliert, auch einige der SPD seien bereits zerstört worden, sagte Poch. Hinzu kommen die Schmierereien, die oft einen antisemitischen oder rechtsradikalen Hintergrund haben, wie die Hakenkreuze, die in Ferdinandshof auf Plakate geschmiert wurden (Nordkurier berichtete). Dies sei nicht nur ein Image-Schaden für die Parteien, sondern auch ein herber materieller Verlust, so Poch. Ein großer Plakataufsteller koste 800 Euro. Für das immer wieder erforderliche neue Bekleben müssten jedesmal 150 Euro hingeblättert werden. Poch glaubt, dass für die Zerstörung der CDU-Plakate oft die "linke Szene", die "gesteuert" werde, verantwortlich sei.

Verärgerte Kandidatin

Sylke Stahl schätzt, dass sie etwa 100 der 450 Plakate, die sie im Nordkreis gehängt hat, abschreiben kann. Gerd Walther meint, dass zehn Prozent seiner 800 Poster der Zerstörungswut zum Opfer gefallen sind. Zwei seiner Konterfeis in seinem Heimatort Vogelsang-Warsin wurden mit einem Judenstern verschandelt. In Ferdinandshof seien auf einmal 20 Plakate von ihm abgerissen worden. "Egal, bei welcher Partei das passiert, so etwas stößt bei mir auf Unverständnis", erklärte Gerd Walther.
Es sind aber nicht immer nur Vandalen, die sich an den Plakaten des politischen Gegners zu schaffen machen. So traute Kerstin Fiedler kürzlich ihren Augen nicht, als ihr Plakat vom Top-Platz am Torgelower Kreisel verdrängt wurde. "Mein Poster stand über Nacht auf der Erde, dafür hingen zwei Plakate von Ringstorff und drei von Alexander Erinski über mir", ärgerte sie sich.

Nordkurier-Ueckermünde

diskutieren? auf ins Forum!