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17.09.2002
Schill mit Pfeifen, Tröten und Trommelschlag empfangen - Wahlkampf der Partei Rechtsstaatliche Offensive auf Marktplatz
Neubrandenburg (sum). Parteiprominenz aller Farben hat die Viertorestadt als Wahlkampfpflaster entdeckt: Nach Müntefering, Gysi, Merkel und Westerwelle gestern Abend der Schill-Chef. Er hatte sich für 18.30 Uhr auf dem Marktplatz angekündigt, doch der aus den Medien auch als "Richter Gnadenlos" bekannte Politiker aus Hamburg hielt es mit der Pünktlichkeit nicht so ganz genau und ließ seine etwa 30 Köpfe zählende Anhängerschaft eine Stunde warten. Doch sie harrten aus, ebenso die etwa 400 Gegner, die Roland Schill mit Schmäh-Rufen empfingen.
Die von Schill oft gepriesene Bürgernähe ließen zumindest die Sicherheitsleute nicht zu - Absperrungen um ein etwa 60 Meter großen Kreis trennten die Sympathisanten von denen, die das Wort des Redners mit Pfeifen, Tröten und Trommeln zu übertönen versuchten. "Schill out Zone" und "Asylrecht für alle" stand auf den Plakaten derer auf der anderen Seite des Zauns. Doch Schill meinte, Verständnis für derartiges Protestverhalten der Leute zu haben, weil die bisher keine "wirkliche Alternative zu einer Partei des Stacheldrahts" hatten. Gleichzeitig forderte er seine Zuhörerschaft dazu auf, "SPD und Grüne zum Teufel zu jagen" und stellte im Falle eines Sieges seiner Partei Arbeitsplätze und Perspektiven und vor allem mehr Sicherheit für Deutschland in Aussicht.
Zudem hob Schill hervor: Seine Partei Rechtsstaatliche Offensive sei nicht ausländerfeindlich, ein Schwarzafrikaner sei sogar Mitglied im Bundesvorstand.
Sicherheit gewährleistet
Mehr als 60 "operative Kräfte" gewährleisteten nach Angaben von Polizeipressesprecher Andreas Wegner die Sicherheit während der Wahl-Veranstaltung. Zeitweise mussten die Beamten einige der "Krawallmacher", wie Schill die Gegendemonstranten bezeichnete, dazu bewegen, sich aus dem abgezäunten Raum zu entfernen. Das verlief ohne Zwischenfälle. Das gegenüber der Presse angekündigte Schill-Bad in der Menge wurde aber offenbar angesichts der Umstände vom Neubrandenburger Besuchsprogramm gestrichen.
Nordkurier-Neubrandenburg
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