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02.03.2004
Asylbewerber ziehen heute ins neue Heim - Übergabe im einstigen Dienstgebäude der Polizei
Von unserem Mitarbeiter Siegmund Menzel
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Metieku-Geschäftsführer Klaus-Dietrich Nehls übergibt die Schlüssel für das neue Asylbewerberheim in der Max-Planck-Straße an Landrätin Barbara Syrbe. |
Ostvorpommern. Was lange währt, wird endlich gut. Diese Redewendung trifft wohl auch auf die Entscheidung der Kreisverwaltung zu, im einstigen Dienstgebäude der Bereitschaftspolizei in Anklam ein neues Asylbewerberheim einzurichten.
Das Haus in der Max-Planck-Straße ist gestern Vormittag übergeben worden. Klaus-Dietrich Nehls, Geschäftsführer der Metieku Verwaltungs GmbH, überreichte die Schlüssel an Landrätin Barbara Syrbe (PDS). Fast zwei Jahre hatte die Suche nach einem geeigneten Standort gedauert. Nach Angaben von Sozialamtsleiterin Heike Scheffler finden in der neuen Gemeinschaftsunterkunft bis zu 130 Personen Platz. 46 Asylbewerber aus Togo, Vietnam, Syrien, Ghana, Serbien-Montenegro und Armenien würden heute aus dem Heim in der Demminer Straße umziehen, das in den nächsten Tagen geschlossen werde. Längst dicht gemacht hat zudem das bisherige Heim in Garz. Das Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern kündigte unterdessen an, dass 40 weitere Asylbewerber Ende März 2004 zugewiesen werden.
In Brandschutz investiert
Die neue Unterkunft biete bessere Wohn- und Lebensbedingungen, meinte die Amtsleiterin. Das Haus entspreche den Mindestanforderungen an Art, Größe und Ausstattung. Der Landkreis habe seit 17. Dezember 2003 in die neue Einrichtung insgesamt 67 000 Euro investiert, vor allem in den Brandschutz. Barbara Syrbe bedankte sich in diesem Zusammenhang besonders beim Hoch- und Tiefbauamt des Landkreises und den beteiligten Baufirmen.
Finanzielle Mittel hatte auch der Vermieter locker gemacht. Metieku-Geschäftsführer Klaus-Dietrich Nehls bezifferte diese Summe auf fast 20 000 Euro. Das Geld wurde für Sanitäreinrichtungen, den Stromanschluss und für den Zaun ausgegeben. Den Mietvertrag haben die Beteiligten mit einer Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen.
Trommler aus Togo
Die offizielle Übergabe des Asylbewerberheimes, das über eine rund 1 500 Quadratmeter große Nutzfläche verfügt, haben Trommler aus Togo kulturell umrahmt. Tchero Tita und Edoh Kwami, die sich schon drei Jahre in Deutschland aufhalten, besichtigten gleich nach dem Programm ihr fast 14 Quadratmeter großes Zimmer im zweiten Obergeschoss. Das Haus sei nicht schlecht, meinte Edoh Kwami, der besonders die sanitären Einrichtungen hervorhob. Sie seien besser als in der Demminer Straße. Das Zimmer jedoch bezeichnete der Togoer als "zu klein für zwei Personen". Die Größe entspreche aber den Mindestanforderungen, entgegneten Mitarbeiterinnen des Heimes.
Mit der verbesserten Unterbringung von Asylbewerbern und ausländischen Flüchtlingen wird eine Forderung des rot-roten Koalitionsvertrages erfüllt. So genannte "Dschungelheime", weit abgelegen von der nächsten Ortschaft, sollen der Vergangenheit angehören. Im Landkreis Ostvorpommern würden gegenwärtig 332 Asylbewerber leben, einige von ihnen sind dezentral untergebracht, berichtete Landrätin Barbara Syrbe. Ein weiteres Asylbewerberheim mit einer Kapazität von 145 Plätzen befindet sich in der Johannes-Gutenberg-Straße, in unmittelbarer Nähe der neuen Unterkunft. In den beiden Häusern kümmern sich insgesamt fünf Sozialbetreuer und ein Hausmeister um die Belange der Asylbewerber.
Ein "Drama" geht zu Ende
Mit der Übergabe gehe "ein Drama zu Ende", betonte die Landrätin. Ursprünglich sollte das Heim im einstigen Hotel "Domitel" in Ducherow eingerichtet werden (wir berichteten). Wegen einiger Proteste schwenkte die Suche des Kreises in Richtung Wolgast um, und der Einzug von Asylbewerbern in ein altes Verwaltungsgebäude der Peenewerft schien bereits beschlossene Sache - bis die Gespräche wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Miethöhe scheiterten. Zeitweise als Heim ins Kalkül gezogen wurden auch die ehemalige Kriegsschule in Anklam und das frühere Lehrlingswohnheim der Werft in Wolgast - bis die Bereitschaftspolizei im Mai 2003 aus der Kreisstadt abzog.
Nordkurier-Anklam
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02.03.2004
Ein Haus für 130 Asylbewerber - Ehemalige Anklamer Polizeikaserne wurde gestern neuer Bestimmung übergeben
Landrätin Dr. Barbara Syrbe hat gestern die neue Asylbewerberunterkunft in Anklam ihrer Bestimmung übergeben. In die einstige Kaserne der Bereitschaftspolizei ziehen heute die ersten Bewohner ein.
Anklam Sie haben die Einweihung des Hauses auf ihre ganz besondere und eigene Weise gefeiert: Mit Trommelklängen, Gesang und Tanzschritten leisteten gestern Vormittag Asylbewerber aus Togo ihren Beitrag. Und sie werden mit die Ersten sein, die heute hier Einzug halten, denn damit wird ihre bisherige Unterkunft in der Demminer Straße der Kreisstadt, in der die Frauen und Männer aus Togo ebenso wie Flüchtlinge aus Ghana, Vietnam und anderen Ländern wohnten, geschlossen. Schon zum Ende des vergangenen Jahres war das mit dem Heim in Garz geschehen.
Buchstäblich bis zur letzten Minute hatten die Handwerker in dem Plattenbau gearbeitet. Das hatte seinen Grund, denn nach der Monate langen Suche nach einem geeigneten Objekt kam erst Mitte Dezember der Startschuss für einige notwendige Arbeiten. Für rund 67 000 Euro hat der Kreis im Auftrag des Landesamtes für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten Brandschutzeinrichtungen und Elektroanlage schaffen bzw. erneuern lassen. Das war laut Bernd Dohly, Leiter des kreislichen Hoch- und Tiefbauamtes, deshalb besonders kompliziert, weil sich viele Baufirmen noch in der Winterpause befinden und die Lieferzeiten zum Beispiel für Brandschutztüren sehr lang sind.
Doch es ist dank des Einsatzes der Bauleute rechtzeitig geschafft worden, und so konnte gestern die Landrätin aus der Hand des Eigentümers des Gebäudes, Klaus-Dietrich Nehls, den Hausschlüssel in Empfang nehmen. Das Haus bietet nun maximal 130 Asylbewerbern Platz, und Christian Hauser vom Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten bezeichnete es als "aus unserer Sicht sehr gut geeignet". Mit der Inbetriebnahme befinden sich nun beide Anklamer Asylbewerberunterkünfte nur wenige hundert | |