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13.02.2004
Prüfung des Asylstatus' betrifft im Kreis 42 tliirakische Flüchtlinge - Psychosoziales Zentrum der Diakonie hält Zeitpunkt für zu früh

Ostvorpommern (sd). Als "viel zu früh" kritisiert Holger Kummerow vom Psychosozialen Zentrum für Migranten in Greifswald die angekündigte Überprüfung des Asyl-Status' für irakische Flüchtlinge. "Bei diesem Chaos im Land, wo sich Sunniten, Schiiten und Kurden nich grün sind, kann ich mir schon vorstellen, dass einige wieder gefährdet sein werden", gibt Kummerow zu bedenken.

Unter den 336 im Landkreis lebenden Asylbewerbern mit noch laufendem Verfahren stellen die Iraker jedoch nur eine kleine Minderheit: 22 sind es nach Auskunft des amtierenden Kreis-Sprechers Roland Suhr; hinzu kommen weitere 20, die zwar nicht als Asylbewerber anerkannt worden sind, aber geduldet sind. Offiziell Asyl erhalten haben "ein bis zwei" der in Ostvorpommern gemeldeten Iraker.

Wie berichtet, hat das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge an praktisch alle Iraker im Land Schreiben verschickt mit der Ankündigung, den Asylstatus zu überprüfen, weil nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein die Asylgründe entfallen seien. Doch in dem zum Diakonischen Werk der Pommerschen Evangelischen Kirche gehörenden Psychosozialen Zentrum sieht man die Verhältnisse in dem Zweistromland deutlich kritischer als beim Bundesamt: Solange der Irak nicht wirklich befriedet ist, dürfe man nicht pauschal vom Wegfall der Asylgründe sprechen, betont Holger Kummerow. "Jeder Individualfall muss einzeln geprüft werden", lautet deshalb seine Forderung. Und dies bedeute, dass Flüchtlinge, die teilweise schon seit Jahren in Deutschland leben, bereits in die Gesellschaft integriert seien. Eine Vielzahl von ihnen wende sich auch regelmäßig an das Psychosoziale Zentrum: 259 Beratungsgespräche haben Kummerow und seine Kollegen im vergangenen Jahr mit Exil-Irakern geführt. Obwohl sie im Nationalitäten-Vergleich eine relativ kleine Gruppe stellen, haben sie damit überdurchschnittlich häufig das Zentrum kontaktiert: Nur Togoer und Armenier suchten noch häufiger die Sprechstunden auf.

Nordkurier-Anklam

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