|
12.09.2002
Gemeinsam nach Wegen der Versöhnung suchen - Auftakt der landesweiten Interkulturellen Woche in Güstrow
Güstrow "Wer nur einen Menschen tötet, der tötet die ganze Welt. Und wenn jemand nur ein Menschleben rettet, dann rette er die ganze Welt." So zitierte gestern Rabbiner William Wolff zum Auftakt der landesweiten Interkulturellen Woche im Güstrower Schloss aus dem Talmud.
Gemeinsam mit einem evangelichem Pfarrer, einem katholischen Priester und einem islamischen Imam eröffnete der Landesrabbiner der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern die Interkulturelle Woche mit einem Friedensgebet. "Wir haben in diesem Jahr bewusst den 11. September als Termin für den Auftakt gewählt. Dieser Tag ist Anlass zu Mahnung und Gedenken und fordert uns alle dazu heraus, Wege zu einem friedlichen Zusammenleben aller Kulturen zu suchen", sagte Heike Lorenz, Bürgerbeauftrakte des Landes gestern im Innenhof des Güstrower Schlosses. Gerade zum Jahrestag der schrecklichen Ereignisse von New York, müsste intensiv nach Wegen der Versöhnung gesucht werden. Dazu will die in ganz Mecklenburg-Vorpommern stattfindende Interkulturelle Woche einen Beitrag leisten. Die gestrige Veranstaltung markierte den Beginn für zahlreiche Aktivitäten im Nordosten, die von lokalen und kommunalen Initiativen getragen werden. Die Auftaktveranstaltung wurde gemeinsam von der Bürgerbeauftragten, der Konferenz der kommunalen Ausländerbeauftragten und dem Landkreis Güstrow organisiert. Vor Ort engagierten sich speziell der Treff "Grenzenlos", die Regionale Arbeitsstelle für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit Güstrow und die Ausländerbeauftragte des Landkreises, Erdmute Schaecke.
Verschiedene Projekte und Initiativen aus M-V stellten sich gestern im Innenhof des Schlosses auf einem bunten Markt der Möglichkeiten den zahlreichen Besuchern vor. Aus dem ganzen Land waren Ausländer und Asylbewerber eingeladen. Auf einer Podiumsdiskussion, unter anderem mit Innenminsiter Gottfried Timm, wurden Wege zur Integration von Migranten diskutiert. Afrikansiche Trommler sorgten für Stimmung. Im Landkreis werden im Rahmen der Interkulturellen Woche noch einige Veranstaltungen stattfinden. So beispielsweise ein Theaterworkshop am letzten Septemberwochenende. "Hier lautet das Motto: 'Ich bin anders- na und?'. Elf Schülergruppen haben sich schon angemeldet", sagte Schaecke. Weitere Anmeldungen sind im Kulturamt des Landkreises Güstrow möglich.
Schweriner Volkszeitung-Güstrow
|