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12.09.2002
Immer einen Schritt voraus - Jugendzentrum Zebef setzt auf hochwertige Inhalte / Festtage ab heute
Ludwigslust Zwei Jahre ist es her, dass das Zentrum für Bildung, Erholung und Freizeit e.V. - kurz Zebef - in neue Räume zog. Und so üppig wie der Platz im ehemaligen Gymnasium am Alexandrinenplatz ist seither auch das Angebot. Mehr als 100 Jugendliche nutzen es täglich und gestalten die Inhalte mit.
Von der offenen Jugendarbeit über Bildungs-, Kreativ- und Kulturangebote bis hin zu Schülerfirmen und Workcamps im Naturerlebniszentrum Drusenhorst reicht heute das facettenreiche Jahresprogramm des Zebef. Inhaltlich habe sich viel getan, sagt Zebef-Geschäftsführerin Inga Hinrichs. "Klasse statt Masse" anzubieten, das sei zunehmend wichtig, ebenso wie die Orientierung an den Bedürfnissen der Jugend. "Wir müssen immer einen Schritt voraus sein."
Dieser Anspruch spiegelt sich nicht nur im Computerkabinett wider, das Nachmittag für Nachmittag gut besucht ist. Er spiegelt sich auch im Einsatz von Lehrkräften wider, beispielsweise im Umweltbereich. Und er kommt ebenso in der zunehmenden Ausrichtung auf generationsübergreifende Angebote zum Ausdruck - noch bevor die geburtenschwachen Jahrgänge im Zebef spürbar werden.
Zu einem Schwerpunkt hat sich die außerschulische Bildungsarbeit entwickelt: Das zu vermitteln, was Schule und Eltern nach Einschätzung des Zebef-Teams nicht ausreichend leisten können. Dazu zählt die gesellschaftspolitische Bildung. Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleiten, zu Eigenverantwortlichkeit und zur Verantwortung für die Gesellschaft anleiten, demokratische Werte wie Toleranz vermitteln - das sind einige der pädagogischen Ziele.
"Die Konsequenz, mit der hier parteipolitisch unabhängig gesellschaftspolitische Diskussion erfolgt, findet in dieser Intensität nicht überall statt", sagt Reinhard Mach, Vorsitzender des Zebef e.V. Das biete zwangsläufig Angriffsfläche, sagt Mach mit Blick auf die rechtsextreme Szene und verbalen Attacken durch deren Wortführer bei Demos und, wie jüngst, auf Flugblättern. "So lange dies so ist", meint Mach, "machen wir fast alles richtig."
Der in der rechtsextremistischen Szene erhobene Vorwurf, das Zebef würde Jugendliche dieser Szene ausgrenzen, stößt im Zebef auf Unverständnis. Richtig sei, dass vier Jugendliche Hausverbot haben, weil sie wiederholt massiv gegen demokratische Spielregeln verstoßen hätten, sagt Geschäftsführerin Hinrichs. Aber ausgegrenzt würde niemand. "Im Gegenteil: Wir bieten eine Plattform, sich mit verschiedensten Ansichten auseinanderzusetzen. Aber die harte rechte Szene kommt nicht."
Toleranz und gewaltlosen Umgang lernen Jugendliche auch im Zebef- Jugendclub. Von den 30 bis 40 Stammgästen würden vielleicht sechs in der rechten Szene verkehren, sagt Leiterin Ramona Kotsch. Die Toleranz-Schwelle sei hoch, der Dialog auch mit diesen Jugendlichen ausdrücklich erwünscht. "Aber wenn es menschenverachtend wird, dann ist Schluss."
Diese stetige Auseinandersetzung aufklärend zu begleiten, fordert das Zebef- Team täglich, ebenso wie die Kontinuität im Angebotsprogramm zu gewährleisten. Denn das Team ist recht klein, zwei Drittel der Personalstellen sind gefördert und somit zeitlich begrenzt. So steht und fällt die Angebotsvielfaltdes Vereins, der überwiegend von Kommunen getragen wird, jährlich mit den öffentlichen Haushalten. Und mit der Kunst, recht viele Fördertöpfe "anzuzapfen" und Sponsoren zu gewinnen.
Den vielen Förderern Danke zu sagen, das ist auch Anliegen der Festtage im Zebef, die heute beginnen. Das Festprogramm bietet allen Interessierten beste Unterhaltung, und einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Vereins.
Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust
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