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21.01.2004
Arbeit gegen das Vergessen - Mahnmal KZ Wöbbelin - Hinter Gedenkstätte steht jetzt neuer Förderverein

Schwerin/Ludwigslust Das Konzentrationslager Wöbbelin: Die heutige Gedenkstätte war wiederholt Objekt neonazistischer Schändungen. Ein Beweis, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist. Seit einige Monaten betreut ein neuer Förderverein das Mahnmal.

"Wir wollen alles Erdenkliche tun, damit sich die Geschichte nicht wiederholt", verkündete Bundespräsident Rau in seiner Ansprache zum 9. November 2003, dem Jahrestag der Pogromnacht 1938 - früher verharmlosend "Reichskristallnacht" genannt, dem Beginn der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Aufklärung und Bildungsarbeit zu den Schrecken der NS-Zeit scheinen notwendiger denn je: Auch die Gedenkstätte Wöbbelin bei Ludwigslust wurde bereits mehrmals geschändet. Ende Februar 2002 zeigten offensichtlich neonazistische Täter deutlich, dass ihnen die dort geleistete Erinnerungsarbeit ein Dorn im Auge ist. In der Nacht zerstörten Unbekannte das Sandsteindenkmal im Park und besprühten es mit einem Hakenkreuz. Außerdem platzierten sie einen Schweinskopf auf der Feuerschale des Denkmals.

"Wir haben im Mai 2003 die wieder restaurierte Gedenkstätte eingeweiht", erklärt Edeltraud Schure, Leiterin der Einrichtung. Der Anschlag 2002 sei Teil einer groß angelegten Aktion gewesen, denn in der selben Nacht wurden weitere Gedenkstätten, auch in Schwerin, geschändet.

Dies zeigt, dass die Arbeit solcher Gedenkstätten von großer Wichtigkeit ist, damit die Jugendlichen erkennen können, wie die Zeit damals war und welche grausamen Folgen faschistische und antisemitische Denkweise nach sich zieht. Zumindest für Wöbbelin ist der Fortbestand gesichert - nachdem kurzfristig eine Schließung im Gespräch gewesen war. "Wir stehen jetzt in der Trägerschaft des neuen Vereins ,Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust'", so Schure. Damit könne die Arbeit weitergehen.

Außerdem ist die Gedenkstätte für die Jugendlichen im Landkreis und auch aus Schwerin von großer Bedeutung. Jedes Jahr Workcamps aus MV und ganz Europa, das hilft, diesen Ort eindrucksvoller zu gestalten.

Außerdem, so Schure, seien derzeit gerade elf Zehntklässler dabei, ihre Hausarbeit über Häftlingsberichte aus dem KZ Wöbbelin zu schreiben "Darüber bin ich sehr glücklich."

Schweriner Volkszeitung-Schwerin

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