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12.09.2002
Neue Entwicklungen bei Asylbewerberunterbringung - Ducherow so gut wie vom Tisch, aber drei andere Angebote

Ostvorpommern (OZ) Wohl nicht von ungefähr nutzte gestern Ducherows Bürgermeister Bernd Schubert die Möglichkeit, als Gast an der Sitzung des Kreis- Sozialausschusses teilzunehmen. Denn es stand u. a. eine Information zur Asylplanung auf der Tagesordnung. Und seine Gemeinde, speziell das seit längerem leer stehende Domitel-Hotel, ist von der Kreisverwaltung als eine Möglichkeit ausersehen worden, Asylbewerber möglichst zentral unterzubringen, und zwar u. a. im Zusammenhang mit der Schließung bisheriger derartiger Unterkünfte, so in Garz auf der Insel Usedom. Dieses Vorhaben stößt jedoch in Ducherow auf massive Ablehnung.

Schubert und seine Gemeinde erhielten nun unverhofft vom Ausschussvorsitzenden Heinz- Peter Kissel Rückendeckung. Der teilte nämlich mit, dass im Falle der Nutzung des Hotels als Asylbewerberunterkunft der Flächennutzungsplan der Gemeinde speziell für das Gewerbegebiet, in dem die Herberge steht, geändert werden müsste. Und dazu seien die Gemeindevertreter wohl auf keinen Fall bereit. Vizelandrat Dr. Gerwald Meesmann zeigte sich überrascht von dieser Argumentation und kündigte an, das prüfen zu lassen.

Kissel legte in diesem Zusammenhang gleich noch eine Information nach: Die Greifswalder Wohnungsgenossenschaft habe angeboten, für dem Landkreis Ostvorpommern zugewiesene Asylbewerber Wohnungen aus ihrem Bestand zur Verfügung zu stellen. Damit sei zugleich das Problem der Integration dieser Menschen in eine größere Stadt zu lösen. Die Verwaltung, so der Ausschussvorsitzende, möge sich damit beschäftigen.

Dr. Meesmann wiederum konnte ebenfalls mit Neuigkeiten in dieser Sache aufwarten. Es seien der Kreisverwaltung zwei weitere mögliche Standorte angetragen worden. Zum einen habe die Anklamer Stadtverwaltung Bereitschaft signalisiert, über die Nutzung der so genannten Kriegsschule in der Friedländer Straße zu verhandeln. Nur das Erdgeschoss dieses seit längerer Zeit leer stehenden Gebäudes könne zurzeit für derartige Wohnzwecke dienen, aber die Stadt vertrete die Meinung, das sei erheblich besser, als den Bau weiter ungenutzt zu lassen und ihn damit weiterem Verfall preiszugeben. Die zweite Offerte, so Meesmann, sei von der Wolgaster Peene-Werft gekommen. Die biete ein ehemaliges Verwaltungsgebäude außerhalb des Werftgeländes, offensichtlich der bisherige Sitz des Bauunternehmens August Reiners, an. In beiden Fällen seien aber noch umfangreiche Baumaßnahmen nötig, um die Gebäude wirklich nutzen zu können.

Gespräche mit den beiden Wolgaster Wohnungsunternehmen seien, so der Vizelandrat, bisher ergebnislos verlaufen.

Ostseezeitung-Wolgast

12.09.2002
Anklamer Kriegsschule als Asylbewerberheim im Gespräch

Ostvorpommern (sd). Das Vorhaben des Kreises, im einstigen Hotel "Domitel" in Ducherow ein Asylbewerberheim einzurichten, ist aus Sicht von Heinz-Peter Kissel (CDU), dem Vorsitzenden des Kreistags-Sozialausschusses, gescheitert. Denn das "Domitel" steht in einem Gewerbegebiet; um Asylbewerber einziehen zu lassen, ist seiner Auffassung nach eine Änderung dieses Status' in ein Mischgebiet nötig. "Und da müsste die Gemeinde zustimmen", stellte er gesternbei der Ausschuss-Sitzung fest.
Unterdessen rücken beim Kreis nun die ehemalige Kriegsschule in Anklam und ein früheres Verwaltungsgebäude der Wolgaster Peenewerft in den Mittelpunkt der Asylplanung: So gebe es bei der Stadt Anklam die Bereitschaft, einem Heim im Erdgeschoss der seit zwei Bränden Mitte der 90er Jahre ungenutzten Kriegsschule zuzustimmen, sagte Vize-Landrat Gerwald Meesmann.
Überrascht zeigte er sich von Informationen des Ausschuss- Vorsitzenden, wonach die Greifswalder Wohnungsgenossenschaft die Aufnahme von ostvorpommerschen Asylbewerbern angeboten habe. Mit einer solchen Lösung, warb Kissel, sei eine weitere Heim-Suche des Kreises überflüssig. Außerdem habe schon der Altkreis Greifswald seine Asylbewerber in der Hansestadt untergebracht.

Nordkurier-Anklam

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