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12.09.2002
Satanisten schlagen ihre Zelte in der Burg Spantekow auf - Dabei auch Neonazis vermutet
Spantekow (aw). Satanisten haben offenbar die Burg Spantekow für sich entdeckt. "Im Mai sind sie hier zum ersten Mal erschienen", sagt Lothar Duchow, Gemeindevertreter in Spantekow. Es handele sich um etwa 12 bis 14 Männer und Frauen. Sie würden abends auf die Burg kommen und dort auch zelten. Was dann im Einzelnen geschehe, könne er nicht sagen. Nur so viel: Wenn sie wieder gehen, ist über einer Feuerstelle ein Jesus-Kreuz ausgebreitet, darauf liegt ein verkohlter Ast, der einer "Teufelskralle" gleicht, sagt Duchow. Außerdem habe er im Verließ der Burg, im so genannten "Angstloch", Reste einer verkohlten Puppe entdeckt. Duchow glaubt nicht, dass die Männer und Frauen, die seiner Schätzung nach zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, aus der Gegend um Spantekow stammen. Er kenne die Gesichter nicht, habe aber auf einem der Auto-Nummernschilder "UER" - das Kennzeichen für den Uecker-Randow-Kreis - gelesen.
Auch Neonazis vermutet
Gewundert habe er sich allerdings über das Aussehen einiger Männer. "Nicht alle haben wie Satanisten ausgesehen", sagt Lothar Duchow. Es seien auch Blonde darunter gewesen, deren Seitenscheitel eher an Neonazis erinnerte. Für den Sektenbeauftragten der Pommerschen Landeskirche, Friedrich von Kymmel, ist dies keineswegs ungewöhnlich. "Es ist bekannt, dass es Verbindungen zwischen Satanisten und Rechtsextremen gibt", sagt der Sektenbeauftragte. Dass sich so eine Gruppierung auf der Burg aufhält, sei ihm allerdings neu. Laut Polizei hat bislang auch niemand gegen diese Gruppe Anzeige erstattet.
Der Burgherr, Hans Kaspar von Harnier, hat nun die Notbremse gezogen und die Burg geschlossen - nicht nur wegen der Satanisten, auch wegen der Vandalen. Besichtigungen sind jedoch nach vorheriger Anmeldung bei Lothar Duchow unter 03 97 27/2 28 92 möglich.
Nordkurier-Anklam
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