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29.12.2003
Asylbewerber wohnen nun alle in Dranske - Heim in Staphel leer gezogen
Dem Papier nach gibt es auf der Insel zurzeit 179 Asylbewerber. Viele mussten in den zurückliegenden Wochen die Koffer packen. Ein Umzug nach Dranske stand für sie auf dem Programm.
Dranske. Landrätin Kerstin Kassner hat zu den Feiertagen das Asylbewerberheim in Dranske besucht. Nicht ohne Grund: Einerseits wollte sie den Bürgern, die dort ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben, alles erdenklich Gute zum Fest und zum Jahreswechsel wünschen. "Andererseits wollte ich mich aber auch davon überzeugen, dass alle Asylbewerber im Haus gut untergebracht sind, ist deren Zahl doch in Dranske gestiegen." Der Grund: Auch jene ausländischen Bürger, die Asyl beantragt haben und bisher in Staphel bei Mukran untergebracht waren, sind nach Dranske gekommen. "Das Heim in Staphel wurde im November frei gezogen" informiert Kerstin Kassner.
Das sei notwendig gewesen "wegen baulicher Mängel", fügt die Landrätin hinzu. Ihren Angaben zufolge sei der Landkreis sogar vom Land dazu aufgefordert worden. In Staphel waren die Asylbewerber in einem Zweigeschosser untergebracht, in dem sich bis zur Wende Landwirtschaftsmachinenbauer vom VEB Fortschritt aus Neustadt/Sachsen erholt haben. 1991 wurde das Gebäude an privat verkauft. Der Landkreis war Mieter in dem Hause.
Das ist er mit dem Asylbewerberheim in Dranske auch. Eigentümer des Neubaublocks ist die Gemeinde. "Der Kreis hat 30 Wohnungseinheiten als Heim gemietet", so Bürgermeister Uwe Ahlers. Damit würden 190 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung stehen, wovon dem Papier nach 174 belegt seien. "In Wirklichkeit halten sich dort aber viel weniger Bürger auf", gibt Kerstin Kassner ihre beim Besuch gemachten Erfahrungen wider.
Dem Dransker Bürgermeister ist das nun in die Tat umgesetzte Vorhaben, alle Asylbewerber in Dranske unterzubringen, eigenen Angaben zufolge schon länger bekannt. "Der Kreis hatte sich ursprünglich mit der Anfrage an die Gemeinde gewandt, weitere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Das haben wir aber abgelehnt", so Ahlers.
Er verweist auf die touristischen Entwicklungspläne der Kommune und ein schon im Jahre 2000 stattgefundenes Gespräch im Innenministerium in Schwerin. Beraten worden sei damals schon über Möglichkeiten, das Asylbewerberheim in Regionen anzusiedeln, wo Arbeitsplätze dringend benötigt werden. Auf Rügen seien die durch den Tourismus ja vorhanden. "Mittelfristig müsste dies auch in die Realität umzusetzen sein", sieht Uwe Ahlers einem weiteren Heimumzug entgegen.
UDO BURWITZ
Ostseezeitung-Rügen
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