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23.12.2003
"Rechte Gewalt gibt es auch in Pasewalk" - Workshop informiert über Rechtsextremismus - Kostenlose Projekttage in den Schulen vorgesehen
Pasewalk (gsc). "Jetzt ist die Zeit reif für den Aufstand aller Anständigen", zitierte Ulf Groth vom mobilen Beratungsteam für demokratische Kultur Mecklenburg-Vorpommern (mbt) Bundeskanzler Gerhard Schröder. In einem Workshop informierte Groth zusammen mit Stefanie Sarnoch über die Aktivitäten rechtsextremer Kräfte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Sozialamt der Stadt und der Jugendrat in die Geschäftsstelle des Kreisjugendringes hatten zu diesem Workshop mit dem Thema "Rechtsextremismus - Aktiv für Opfer rechter Gewalt" eingeladen. In seinem Referat zeigte Ulf Groth die drei Säulen des modernen Rechtsextremismus auf: Der Kampf um die Parlamente, der Kampf um Räume - die so genannten "National befreiten Zonen" - sowie der Kampf um die Köpfe der Menschen mit Hilfe der Musik, Medien und der Mode.
Gewalt auch in Pasewalk
Rechtsextremistischer Gewalt gebe es auch in Pasewalk, informierte Sozialamtsleiterin Gudrun Baganz. Als Beispiele nannte sie die Attacken gegen das Jugend- und Freizeitzentrum in der Oststadt oder die wiederholte Schändung des Gedenksteines für jüdische Opfer in Löcknitz. Bürgermeister Rainer Dambach (parteilos) plädierte dafür, "sich mit den Erscheinungsformen des Rechtsextremismus in der Stadt auseinander zu setzen." So solle der Frieden in der Gemeinschaft in der gegenwärtigen schlechten wirtschaftlichen Situation in und mit allen Schichten der Bevölkerung erhalten werden.
Die Workshopteilnehmer kamen zu dem Schluss, dass Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit hochbrisante Erscheinungsformen im Landkreis Uecker-Randow sind. Sie stellten eine große Gefahr für die Demokratie dar und behinderten die
wirtschaftliche Entwicklung.
Kostenlose Projekttage
Das mbt arbeitet unter dem Dach der Evangelischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern in Rostock und der Regionalen Arbeitsstelle für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit (RAA) und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Es bietet eine Vielfalt von Arbeitsfeldern an: Beratung von Kommunen und Verwaltungen, Vereinen und Schulen; Analyse von Organisationsstrukturen des modernen Rechtsextremismus; Fortbildung und Konzeptentwicklung von Handlungsstrategien zur Bekämpfung der rechten Szene vor Ort. Für Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersgruppen werden in den Schulen kostenlose Projekttage durchgeführt.
Weitere Informationen über das mobile Beratungsteam für demokratische Kultur sowie Hilfe gibt es unter [TELEFON]% 0381 1285310 oder im Internet unter der Adresse www.netzwerk-courage.de.
Nordkurier-Pasewalk
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