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04.12.2003
"Zeichen gegen Gewalt und für Toleranz setzen" - Gymnasiasten rufen zur Spendenaktion auf


Von unserem Redaktionsmitglied Klaus Möller

Löcknitz. Signale gegen das "nicht Hinsehen" und für Toleranz setzt derzeit eine Initiativgruppe von Schülern des Deutsch-Polnischen Gymnasiums Löcknitz. Anlass der Aktion sind die mehrmaligen Beschädigungen des jüdischen Gedenksteines durch Vandalen in den zurückliegenden Wochen (der Nordkurier berichtete). "Diese Tat wurde nicht nur aus Langeweile verübt, sondern da steckt viel mehr dahinter", vermutet einer der ersten Initiatoren, Patrick Müller aus der 9a.

Mitmachen gefordert

Er hatte sich der Idee von Ulrike Körk sofort angeschlossen, für Toleranz einzutreten und gegen Gewalt etwas zu unternehmen. Ulrike Körk war nach dem Bekanntwerden der Tat am jüdischen Gedenkstein vor die Klasse getreten und hatte zu Aktionen aufgerufen. "Das können wir uns nicht gefallen lassen. An der Stelle muss unbedingt wieder ein Gedenkstein hin", hatte die Gymnasiastin gefordert. Ihrer Meinung nach sind die Randale am Gedenkstein ein Zeichen, dass schon lange weggeschaut wurde. Mittlerweile haben sich rund zehn Schüler der Initiativgruppe angeschlossen. "Es können ruhig noch mehr mitmachen. Um so stärker wird der Wille der vernünftigen Löcknitzer gegen Gewalt spürbar. Es ist Zeit, Zivilcourage zu zeigen", sagt Ulrike Körk. Sie hat schon vor Wochen ein Theaterstück geschrieben, dass sich mit dem Thema Toleranz auseinandersetzt und im September aufgeführt wurde.

Konto eingerichtet

In Abstimmung mit dem Bürgermeister Lothar Meistring (PDS) und dem Landtagsabgeordneten Heinz Müller (SPD) hat die Gruppe nun zu einer Spendenaktion für das Denkmal aufgerufen. Dafür wurde über die Gemeinde extra ein Spendenkonto bei der örtlichen Sparkasse eingerichtet. "Wir haben einen Brief vorbereitet, den wir jetzt an Firmen, Privatpersonen, Vereine und Einrichtungen schicke und zu einer Spende auffordern", beschreibt Patrick Müller das Herangehen. Des Weiteren werden Aushänge an allen markanten Orten in Löcknitz und Dörfern des Amtsbereiches angebracht. "Sogar aus dem Oskar-Picht-Gymnasium Pasewalk haben wir schon eine Reaktion erhalten", freut sich Patrick Müller. Vorgesehen ist weiterhin, in der nächsten Woche eine Haussammlung in Abstimmung mit der Kommune in Löcknitz durchzuführen. Die Veranstaltung "Weihnachtsteller" am Deutsch-Polnischen Gymnasium, bei der viele Eltern anwesend sind, soll ebenfalls für die Aktion genutzt werden.

Infos zur Aktion unter Telefon 039754 51744 und 23332.

Nordkurier-Prenzlau

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