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11.09.2002
Aktionswoche im vollen Gange - Klub "Alte Feuerwache" gegen Gewalt
Waren. "Wer hat schlechte Erfahrungen mit Ausländern gemacht?", fragt Jugendpfarrer Christian Weber die fünfzig jungen Leute im Warener Jugendclub "Alte Feuerwache". Zwei Jungs melden sich. "Und wer ist der Meinung, dass Ausländer Probleme machen?", setzt Weber nach. Die Hände fliegen nur so in die Höhe. Dann, plötzlich, herrscht Stille. "Meine afrikanischen Freunde, die sind eigentlich total nett", sagt ein Mädchen leise.
Mit einer Gesprächsrunde über Ausgrenzung, Gewalt und Toleranz hat so kürzlich die Aktionswoche "Jugend und Gewalt - ein alltägliches Thema?!" begonnen. Silvia Wodarsch und Silke Jablowski vom Jugenklub arbeiteten gemeinsam mit Stadtjugendpfleger Dietmar Henkel und Hanno Lüders von der Polizei-Inspektion seit Jahresbeginn an dem Projekt. Finanzielle Unterstützung für die Aktionswoche erhielten sie beispielsweise von der Stadt, vom Landkreis sowie vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung.
"Es soll Präventions- und Aufklärungsarbeit durch Workshops, Schulungs- und Erlebnisberichte geleistet werden", informiert Hanno Lüders, Präventionsbeamter der Polizei.
Drogen sind Thema
"Die Hälfte aller Straftaten sind Delikte von Jugendlichen, und der Müritzkreis hat leider eine sehr hohe Jugendkriminalität aufzuweisen", sagt Lüders. "Wichtig in dem Zusammenhang ist auch, dass 75 Prozent aller Gewalttaten unter Drogeneinfluss geschehen."
So ist der heutige Tag der Aktionswoche ganz dem Thema "Drogen- Nein Danke" gewidmet.
Ziel der vielfältigen Angebote sei, so die Leiterin des Jugendklubs Silke Jablowski, Jugendliche zum Nachdenken über eigenes Handeln anzuregen.
Das schien in der Gesprächsrunde mit Jugendpfarrer Christian Weber gelungen zu sein. "Er sagt ja nur die Wahrheit", und "Einfach cool und sehr interessant", war von den Achtklässlern der Friedrich-Engels- Schule zu vernehmen.
Und Lars Bünger, der momentan ein Schülerpraktikum bei der Warener Polizeiinspektion absolviert, meint: "Wenn nur einer etwas mitnimmt, wäre das schon viel." Die Organisatoren der Aktionswoche hoffen auf rege Beteiligung an allen noch anstehenden Veranstaltungen.
Nordkurier-Waren
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