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26.11.2003
Konferenz "Demokratie aus der Mitte" in Bad Sülze - "Agieren, nicht hinterher laufen"

Bad Sülze. "Die Deutschen sind sowieso ein bisschen bekloppt", wetterte Joachim Gauck gestern auf der Fachkonferenz "Demokratie aus der Mitte" in Bad Sülze. Der ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR begründete seine Äußerung damit, dass sich die Deutschen immer erst wohl fühlen würden, wenn es ihnen nicht gut geht. Von den 57 Teilnehmern der Tagung erntete er dafür schallendes Gelächter.

Joachim Gauck forderte in seinem Vortrag "Demokratieentwicklung in den neuen Bundesländern" Leute, "die wissen was eine Gewerkschaft ist und schon mal einen Klassensprecher gewählt haben und nicht den FDJ-Sekretär". Nur so könne Demokratie tatsächlich umgesetzt werden.

Mit der Fachkonferenz in Bad Sülze fiel gestern der Startschuss für ein Projekt des Kreisjugendrings Nordvorpommern und der Civitas Netzwerkstelle des Jugendhauses "Alte Molkerei". "Wir wollen bei acht verschiedenen freien Trägern der Jugendhilfe Projekte vorstellen, die sich thematisch an der Fachkonferenz orientieren", erklärt Tino Borchert, Vorsitzender des Kreisjugendrings.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins im Januar 2004 wolle man über nachhaltige Ergebnisse der Tagung in Bezug auf Jugendarbeit, Soziale Arbeit, Demokratie und Rechtsextremismus beraten. "Auch wenn die öffentlichen Mittel immer geringer werden, dürfen wir in der Jugendarbeit nicht hinterher laufen. Wir müssen agieren", so Borchert.

Nicht in Bad Sülze agieren durfte gestern der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Gottfried Timm. Er musste den Termin kurzfristig absagen und wegen einer Haushaltsdebatte in Schwerin bleiben.

Ostseezeitung-Ribnitz-Damgarten

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