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20.11.2003
Studenten erforschen ewige Orte - Spur jüdischer Geschichte
Neubrandenburg (mg). Als ewige Orte gelten sie im jüdischen Glauben, die Plätze, an denen Juden ihre letzte Ruhe finden sollen. Unantastbar. Mit diesem Wissen kommt der Student David Nicke von der Fachhochschule zu dem Schluss: "In Neubrandenburg ist der jüdische Friedhof dreimal geschändet worden." Mit seinem Kommilitonen Andreas Köhncke und Prof. Dr. Elke Mertens vom Fachbereich Agrarwirtschaft und Landespflege hat er das Projekt "Jüdische Friedhöfe" bearbeitet.
Im Verlauf eines Jahres entstand eine interessante Bestandsaufnahme für zehn Städte der Region. Die Autoren spürten jeweils ein Stück Stadtgeschichte auf, trugen Fakten über die früheren jüdischen Gemeinden und ihre Begräbnisstätten zusammen.
"Wir fanden schöne, gepflegte Friedhöfe wie den in Penzlin, völlig verwahrloste, etwa in Alt Strelitz, oder aber gar nichts mehr, wie hier in Neubrandenburg", resümiert die Dozentin für Gartenarchitektur. Der hiesige Friedhof hatte drei Standorte: von 1865 bis 1942 dort, wo sich heute Möbelhaus Suh und die Woldegker Straße befinden; von 1942 bis 1965 auf der gegenüberliegenden Straßenseite; bis 1989 an der Katharinenstraße. Immer mussten sie Neubauten weichen. Dass 20 Grabmale gerettet wurden, ist Steinmetz Dassow zu danken. Derzeit hat die Stadt die Steine eingelagert. Was mit ihnen geschehen soll, wird diskutiert. Die Studenten könnten sich durchaus vorstellen, bei der Suche nach einer Antwort zu helfen. Das Grünflächenamt kennt ihre Forschungsarbeit, und der Landesrabbiner hat den detailreichen Bericht aufs freundlichste aufgenommen.
Nordkurier-Neubrandenburg
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