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10.09.2002
Häuser in Anklam und Wolgast als Heime angeboten - Kreis auf der Suche nach neuen Standorten

Ostvorpommern. Die Suche der Kreisverwaltung nach neuen Heim-Standorten für Asylbewerber scheint nach anfänglichen Schwierigkeiten erfolgversprechend: Sowohl in der Stadt Anklam als auch in Wolgast seien geeignete Objekte genannt worden, sagte der stellvertretende Landrat und zuständige Fachdezernent Gerwald Meesmann gestern auf Nachfrage. Dem morgen zusammentretenden Sozialausschuss des Kreistages werde er dies berichten - jedoch ohne auf Details einzugehen. Nur soviel deutete er an: Komplette Blöcke mit separaten Wohnungen für die Flüchtlinge seien dem Kreis nicht angeboten worden; werden die in Aussicht gestellten Objekte genutzt, handele es sich um Heime klassischen Zuschnitts - und nicht um eine dezentrale Unterbringung, wie sie etwa der Verein "Landesweite Opferberatung, Beistand und Information für Betroffene Rechter Gewalt" (Lobbi) gefordert hat.
Wie berichtet, müssen spätestens Ende kommenden Jahres die bestehenden Flüchtlingsheime in Garz sowie in der alten Möbelfabrik in Anklam aufgelöst und durch Alternativ-Standorte ersetzt werden. Nach wie vor ebenfalls ins Kalkül gezogen werde die Umnutzung des ehemaligen Ducherower Hotels "Domitel" - allerdings für maximal 100 anstatt der ursprünglich geplanten 150 Asylbewerber. "Das wäre eine Größenordnung, die wirtschaftlich noch zu vertreten wäre", ergänzte Meesmann.
Unterdessen kritisierte Ducherows Bürgermeister Bernd Schubert (CDU) Verwaltungschefin Barbara Syrbe (PDS), weil diese beim Friedensfest am 1. September die Unterbringung von Asylbewerbern in seiner Gemeinde als so gut wie beschlossen bezeichnet habe. Doch Syrbe dementiert dies: Sie habe so etwas nicht gesagt - wohl aber darauf hingewiesen, "dass es die Menschlichkeit gebietet, nicht immer nur nach Gründen zu suchen, warum ein Heim dort nicht möglich ist". Jedoch suche der Kreis "nach Lösungen auch außerhalb von Ducherow", sagte die Landrätin. Und ihr Stellvertreter Meesmann deutete mit Blick auf Anklam und Wolgast an: "Hätten wir alle drei Standorte, bräuchten wir einen wohl nicht."

Nordkurier-Anklam

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