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06.11.2003
Notorische Schläger im Visier - Polizeibeamte bleiben Crivitzer Gewalttätern mit geballter Kraft auf der Spur

Crivitz. Schnelle und harte Reaktion auf brutale Schläger, die ihre Opfer auf offener Straße attackieren: Das ist die Devise der Polizeiinspektion (PI) Parchim. Erster Erfolg: Ein frisch aus der Haft entlassener Straftäter, der in Crivitz einem Passanten eine Flasche auf den Schädel schlug, sitzt in Untersuchungshaft.

Deutlicher gehts nicht: Polizeioberrat Joachim Gabriel, Leiter der Parchimer Inspektion warnt Gewalttäter: "Als Polizei werden wir es nicht zulassen, dass brutale Schläger das Leben oder die Gesundheit unserer Mitmenschen gefährden oder schädigen." Das landesweite "Konzept zur wirksamen Einflussnahme auf Intensiv- und Mehrfachtäter" werde im Kreis Parchim voll umgesetzt. Im Klartext: Sollten sich Schwerpunkte herauskristallieren, also beispielsweise eine Schlägerbande geballt auftreten, kontert die Polizei umgehend mit massiver Konzentration ihrer personellen Kräfte.

Jüngstes Beispiel: Crivitz. "Sie sind wieder da", heißt es in diesen Tagen in der Kleinstadt. Gemeint sind jene Jugendlichen, die Anfang 2002 mit bis dahin nicht gekannter Brutalität und Frechheit auftraten. Am helllichten Tag hetzten die - angetrunken in der Gruppe starken - Täter ihre Opfer durch die Stadt. Massiv bedrohte Bürger trauten sich nicht aus dem Haus. Ein Crivitzer wurde im Januar 2002 auf offener Straße zusammengeschlagen, schwer verletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft griffen dann schnell durch, die Täter kamen vor Gericht.

Jetzt, nach ein dreiviertel Jahren, sind vier Männer aus der damaligen Tätergruppe wieder auf freiem Fuß, leben in Crivitz. Und sie scheinen nichts gelernt zu haben. Das ahnte auch die Polizei und hat "Maßnahmen zur Erhöhung der Präsenz eingeleitet", wie der Erste Polizeihauptkommissar Norbert Junker, Leiter des zur PI Parchim gehörenden Sternberger Reviers, berichtet. In der Tat, Crivitzer bestätigen, dass sie derzeit "auffällig viele Streifenwagen" sehen. Dass die bitter nötig sind, beweisen die jüngsten Vorfälle.

Am vergangenen Mittwoch gegen 22.30 Uhr schlug einer der Täter aus der bekannten Gruppe einem Autofahrer, der tanken wollte, eine Flasche über den Schädel (wir berichten). "Noch in derselben Nacht, genauer um 0.15 Uhr, konnten unsere Funkstreifen den mutmaßlichen Täter im Stadtgebiet festnehmen", berichtet der der Leiter der Crivitzer Kripo-Außenstelle Hans-Heinrich Erke. Der umgehend in U-Haft beförderte Schläger war übrigens erst im August aus dem Gefängnis entlassen worden. In einem weiteren Fall hatte die Gruppe einen Mann vor dem Betreten eines Supermarktes bedroht: "Wenn du da wieder rauskommst, kriegst du was aufs Maul!" Der Attackierte rief dann von dort aus die Polizei zu Hilfe.

Ohne Mithilfe der Bürger lassen sich derart schnelle Fahndungserfolge nicht erzielen, ist sich Hans-Heinrich Erke sicher: "Es hat keinen Zweck, nur von der Straftat zu erfahren. Wichtig ist, was drumherum passiert ist." Das ist nicht nur für die umgehende Aufklärung und schnelle Reaktion der Justiz wichtig, sondern für das rasche Eingreifen. Hervorragend habe auch das Zusammenwirken von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht geklappt.

PI-Chef Gabriel: "Die Bürger sollen wissen, dass wir alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet haben, um einer Straftatenhäufung wie vor zwei Jahren wirksam zu begegnen." Das heißt, die Polizei hat die möglichen Täter vor Ort im Auge - ob aus dem Streifenwagen oder in Zivil zu Fuß auf der Straße.

Und sie wird gewiss nicht nur zuschauen. Gabriel: "Wer unsere Mitarbeiter, die für die Sicherheit der Bürger unterwegs sind, angreift, soll wissen, dass wir ihn nicht mit Samthandschuhen anfassen werden."

Udo Mitzlaff

Schweriner Volkszeitung-Schwerin

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