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30.10.2003
Krakeeler zu 400 Euro Strafe verurteilt - Couragierte Lehrerin ruft nach rechten Parolen in Anklam Polizei

Anklam (gp). Zu 400 Euro Geldstrafe ist ein 23-jähriger Krakeeler jetzt in einem Strafverfahren vor dem Anklamer Amtsgericht verurteilt worden. Der junge Mann hatte am Abend des 13. Oktober mit anderen vor dem Anklamer Lilienthalcenter im betrunkenen Zustand "Sieg heil" gerufen und dazu den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben. Eine Lehrerin, die ihren Hund "Gassi" führte, rief die Polizei, die umgehend eintraf. Noch vor Ort identifizierte die couragierte Frau aus der Gruppe von acht Personen - darunter zwei oder drei junge Frauen -, die Männer, die offenbar gegen das Verbot des Tragens und Zeigens von Symbolen verfassungswidriger Organisationen verstoßen hatten. "Zuerst hatte ich die jungen Frauen schreien gehört und vermutet, dass sie belästigt wurden und war stehen geblieben, bis ich dann das sah", sagte die Zeugin. Der Angeklagte - gegen weitere mutmaßliche Tatbeteiligte wurde gesondert ermittelt - konnte sich angeblich nicht mehr an Einzelheiten des Abends erinnern: "Ich war betrunken." Die Geldstrafe nahm er hin, nachdem der Staatsanwalt sie für angemessen gehalten und auch sein Verteidiger sie als "den gesetzlichen Forderungen entsprechend" eingestuft hatte. Berücksichtigt wurde bei der Strafzumessung verminderte Schuldfähigkeit infolge Alkoholeinwirkung. Trotzdem kann der Vorfall für den Anklamer weitere Folgen haben: Er stand zur Tatzeit unter Bewährung. Das Amtsgericht Greifswald wird entscheiden, ob sie widerrufen oder die Bewährungszeit verlängert wird.

Nordkurier-Anklam

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