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29.09.2003
Ausländische Kulturen - Rechte ziehen wieder ab

NK-Bild

Die Trommler aus Togo, die im Pasewalker Asylbewerberheim leben, sorgten für heiße Rhythmen.

Ueckermünde (wil). Dass mehr Aufklärung über die Kultur von Ausländern Not tut, zeigte der gestrige Auftakt der "Interkulturellen Woche" in Ueckermünde. Etwa 70, überwiegend junge Anhänger der rechten Szene positionierten sich mit Hetzplakaten gegenüber der Marienkirche, wo sich mehr als 100 Asylbewerber versammelt hatten. Dank der Drohung der Polizei verhielten sich die Protestler ruhig und zogen nach zwei Stunden ab. Ausländerbeauftragter Manfred Quägber rief dazu auf, Ausländer nicht zu isolieren. Die Asylbewerber präsentierten sich mit Musik und Speisen aus ihrer Heimat.

Nordkurier-Ueckermünde

Anmerkung: Augenzeugen berichten von eher von 50 Neonazis

29.09.2003
Kommentar: Bürgerinitiative entlarvt

Aus den abgedroschenen Parolen der so genannten Bürgerinitiative "Schöner und sicherer wohnen in Ueckermünde" war schon ablesbar, wer hinter den in vielen Briefkästen gefundenen Flugblätter steckt. Gestern nun war aber der Tag der Offenbarung: Jeder konnte bei der Veranstaltung an der Marienkirche sehen, wer hinter der Gruppierung steckt: Junge Männer mit kurz geschorenen Haaren und schwarzen Bomberjacken. Einer trug stolz und herrisch sein Hitlerbärtchen samt Seitenscheitel. Sie beließen es gestern beim stillen Protest gegen die Asylbewerber und beschworen angesichts der bunten Kultur vieler Nationalitäten an der Kirche den "Untergang der Kultur" - welch ein Irrsinn. Gefragt, wer denn der Ansprechpartner der "Bürgerinitiative" sei, meinte einer der jungen Rechten, dass es keinen Vorsitzenden gebe. "Wir sind doch alle Bürger, oder?" - so die offensichtlich gehorsam auswendig gelernte Antwort. Auch die Frage, wer denn die zahlreichen Flugblätter, Plakate an den Litfaßsäulen oder aber die Poster der Demonstration bezahle, wurde offen gelassen. Die Hintermänner mit Geld zeigen sich nicht - noch nicht! Nach kurzer Zeit kam dann einer der "Führer" und befahl, gegenüber der Presse zu schweigen. Schade nur, dass unsere ausländischen Mitbürger an der Marienkirche fast alleine feierten. Bis auf die Organisatoren fanden nur wenige Ueckermünder den Weg zu der Veranstaltung. Dafür zeigte die Polizei unter Leitung des Revierleiters André Chapuzeau deutliche Präsenz - zum Glück. Frank Wilhelm

Nordkurier-Ueckermünde

29.09.2003
Ausländer stellen sich vor - Bunter Nachmittag an der Marienkirche

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Manfred Quägber hat sich schon selbst davon überzeugt, dass auf jeden Fall alles lecker schmeckt, was die Frauen im Asylbewerberheim für morgen zubereitet haben.

Ueckermünde (wil). Mit einem Minimum an finanziellen Mitteln wird morgen der Auftakt zur interkulturellen Woche bestritten. Gerade mal 200 Euro stehen dem Ausländerbeauftragten Manfred Quägber und seinen Mitstreitern zur Verfügung, um zwischen 13 und 18 Uhr ein buntes Programm auf die Beine zu stellen. Manfred Quägber lobte aber auch ausdrücklich die Bereitschaft von Ueckermündes Bürgermeisterin Heidi Michaelis (PDS) und der Kirchengemeinde, den veranstaltern bei der Aktion rund um die Marienkirche tatkräftig unter die Arme zu greifen.

Mit einem Friedensgebet wird die Veranstaltung um 13 Uhr eröffnet. Zudem sind die Trommler aus Togo zu erleben. Bei einem Programm der Kinder aus dem Asylbewerberheim werden die Kleinsten die in der Einrichtung bei Bellin lebenden Nationalitäten vorstellen, sagte Manfred Quägber. Musikalisch werden auch Kurden aus dem Heim sowie ein Pastor mit Gitarre für Unterhaltung sorgen, erklärte er. Zudem will der gerade gegründete Chor des Torgelower Aussiedlerheimes auftreten. Quägber freut sich besonders, dass so viele Menschen aus dem Asylbewerberheim mithelfen, dass es eine erfolgreiche Veranstaltung wird. So haben Frauen süße und deftige Köstlichkeiten aus ihren Heimatländern zubereitet, die am Sonntag probiert werden können. Ein Syrier und ein Iraker werden selbst gemalte Bilder vorstellen. Das DRK ist mit einem Info-Punkt vertreten, die PDS gestaltet eine Bastelstraße und schminkt interessierte Kinder. Erwartet werden auch Ausländer, die aus dem Pasewalker Asylbewerberheim kommen.

Um 17 Uhr wird zudem in der Marienkirche letztmalig das Musical "Hoffnungsland" aufgeführt.

Nordkurier-Ueckermünde

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