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25.09.2003
Dargelütz: Kein Asylbewerberheim - Nach Bürgergespräch: Pläne zurückgezogen - Suche nach geeignetem Ort geht weiter
Dargelütz. Die Dargelützer Einwohner haben dem Plan, in ihrem Ort ein Asylberwerberheim einzurichten, eine Absage erteilt. Damit ist die Idee, zwei leer stehende Wohnblocks für diesen Zweck zu verwenden, vom Tisch.
Die Wohnungsbau GmbH Parchim (Wobau) und der Landkreis hätten auf einen Schlag zwei Probleme lösen können. Pro Jahr muss der Kreis rund 150 Asylbewerber aufnehmen. Andererseits sind die Tage der Unterkünfte Peeschen (bei Sternberg) und Tramm (bei Crivitz) gezählt. Also werden nutzbare Objekte in Ortslagen händeringend gesucht. Die Wobau hat diese Gebäude in Form zweier leer stehender Wohnblocks am Ortseingang Dargelütz. 2500 Euro hätte sie pro Block und Monat einnehmen können.
So setzte der Wobau-Aufsichtsrat das Thema auf die Tagesordnung, stellte aber die Bedingung, vor einer Entscheidung mit den Dargelützern über die Betreibung eines Asylbewerberheims zu reden. Wobau-Geschäftsführer Gerd Beyer stellte klar: "Wir machen das nur, wenn es im Einvernehmen passiert."
Die gut 90 Dargelützer, die zum Gespräch u.a. mit Landrat, Bürgermeister und Direktor des Landesamtes für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten gekommen waren, brauchten allerdings nicht groß zu protestieren. Bürgermeister Bernd Rolly (SPD), auch Aufsichtsratsvorsitzender der Wobau, setzte sich an die Spitze und lehnte die Pläne klar ab: "170 Asylbewerber sind zu viel für die Ortslage Dargelütz mit rund 150 Einwohnern, aber nicht zu viel für die Stadt Parchim." Rolly: "Ich stehe dafür, dass wir eine andere Lösung finden."
Dieser unerwartete Vorstoß überraschte Landrat Klaus-Jürgen Iredi (SPD) völlig: "Warum wurde das nicht vorher im Aufsichtsrat der Wobau geklärt", fragte er. Damit, so Iredi, hätte man auch den Dargelützern eine Menge Aufregung ersparen können. jetzt müsse der Kreis dringend nach einer anderen Lösung suchen. Im übrigen seien die Vertreter des Landkreises auf Einladung der Wobau gekommen.
Die Dargelützer kamen bei ihrem Bürgergespräch übrigens auch noch zu Wort. Roland Pribbernow bot den prominenten Gästen an, "einmal die Kurve durch dieses Dorf" ohne Infrastruktur zu machen. Seit Jahren seien die Dargelützer gebeutelt: "Wir fühlen uns nicht vetreten." Die 40-Tonner donnern durchs Dorf zum Kieswerk. Windkraftanlagen und Schweinemast sollen noch kommen. "Was", so fragte eine Bürgerin, "sollen denn die Kinder der Asylbewerber in dieser Umgebung anstellen?" Diese Frage stellt sich mit der Entscheidung nicht mehr. Die Suche geht weiter.
Udo Mitzlaff
Schweriner Volkszeitung-Parchim
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