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12.09.2003
Streit um Bier endet im Gefängnis - Nach brutalem Angriff auf griechischen Wirt Haftstrafen verhängt

Das Amtsgericht Hagenow verurteilte die Boizenburger Brüder Enrico und Monty K. sowie den 30 Jahre alten Michel K. gestern wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen zwischen anderthalb und knapp dreieinhalb Jahren.

Dabei begann im September 2001 alles wie ein alltägliches Kneipengeplänkel. Die beiden heute 24 und 25 Jahre alten Brüder, schon reichlich betrunken, waren sauer, dass ihnen die Bedienung zu später Stunde kein Bier mehr ausschenken wollte. Sie legten sich mit der griechischen Ehefrau und einer Mitarbeiterin an. Daraufhin schritt der Wirt ein. Und obwohl die ungebetenen Gäste auf ihn einschlugen, gelang es dem heute 48-Jährigen, die beiden an die Luft zu setzen. Neben wüsten Beleidigungen gab Monty auch Naziparolen von sich.

Dann tauchte der 30-jährige Bekannte auf, um den Brüdern beizustehen. Der Wirt hält die Einganstür zu. Sekunden später trifft ihn das stumpfe Ende einer wuchtigen Holzlatte mitten ins Gesicht. Zwei Mal stieß der 30-Jährige durch die Glasscheibe zu und zertrümmerte seinem Opfer Nase und Jochbein.

Wegen dieses brutalen Angriffs verurteilten die Richter den 30-jährigen Familienvater wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft. Die 24 und 25 Jahre alten, einschlägig vorbestraften Brüder erhielten Strafen von drei Jahren und fünf Monaten bzw. einem Jahr und sechs Monaten. Vermutete rechtsradikale Motive bestätigten sich nicht. Es habe keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Männer einer fest organisierten Szene zuzuordnen seien und der Überfall geplant war, sagte der Vorsitzende Richter Siegmar Hackbarth. Staatsanwalt Thorsten Kopf, der sich mit seinen Strafforderungen weitgehend durchsetzen konnte, hatte im Plädoyer jedoch darauf verwiesen, dass zumindest die Brüder eine ausländerfeindliche Gesinnung hätten. Alle drei bestritten vor Gericht jede rechtsradikale Motivation für die Tat.

Der 48 Jahre alte Gastwirt, Nebenkläger im Prozess, musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Nase und Jochbein waren gebrochen. Seine Frau leidet noch immer unter den psychischen Folgen der Tat. Dass beide inzwischen Deutschland verlassen haben, hat dem Gericht zufolge auch mit der Tat zu tun.

In Griechenland steht die Familie nun nach rund 40 Jahren in Deutschland vor dem völligen Neuanfang. Der Gastwirt und Koch muss dabei ein schweres Handicap tragen: Geruchs - und Geschmackssinn sind stark beeinträchtigt.

Schweriner Volkszeitung

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